Ukraine-Krieg: Putin bietet Zugang zu seltenen Erden an, Trump offen für Abkommen
Düsseldorf. US-Präsident Donald Trump hat sich offen für ein Wirtschaftsabkommen seines Landes mit der russischen Regierung gezeigt. Damit setzte der Präsident seinen Annäherungskurs an Russland fort. Zuletzt hatte er mit Kreml-Chef Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs gesprochen. Diese Gespräche nannte Trump „sehr gut“.
„Wir haben viele Fortschritte gemacht. Wir haben einige sehr gute Gespräche mit Russland geführt“, sagte Trump. „Wir könnten die wirtschaftliche Entwicklung in Bezug auf Russland vorantreiben und die Dinge bekommen, die wir wollen“, erklärte er, als er neben Macron im Oval Office saß.
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Später, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Macron, bekräftigte er: „Das erste, was wir tun wollen, ist die Beendigung des Krieges. Aber genau wie bei der Ukraine könnten wir auch in Bezug auf Russland eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung anstreben und Dinge erreichen, die wir wollen.“ Nähere Angaben machte das Weiße Haus zunächst nicht.
Beim Treffen mit Macron wiederholte Trump auch seine Falschaussagen, wonach die USA 350 Milliarden US-Dollar für die Verteidigung der Ukraine ausgegeben hätten, europäische Staaten aber nur 100 Millionen Dollar. Laut Zahlen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft haben die USA 119 Milliarden Dollar ausgegeben, Europa hingegen 139 Milliarden.
Putin bietet USA Rohstoff-Zusammenarbeit an
Am Montagabend äußerte sich auch Putin zu dem Thema. In einem Interview, das der Kreml über das Staatsfernsehen und soziale Netzwerke verbreitete, bot Putin den USA eine gemeinsame Erschließung von Vorkommen seltener Erden auch in den russisch besetzten Teilen der Ukraine an. Die besagten Gebiete, die Russland derzeit kontrolliert, gehören allerdings zum Staatsgebiet der Ukraine.
„Wir sind bereit mit unseren Partnern, darunter mit den US-amerikanischen, auch dort zusammenzuarbeiten“, sagte der Staatschef in einem Interview für das Staatsfernsehen.
Ein diskutiertes Abkommen zwischen den USA und der Ukraine in diesem Bereich gehe Russland dagegen nichts an, sagt er – nutzte die Gelegenheit aber, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut zu diskreditieren.
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Russland verfüge über einige der weltweit größten Lagerstätten im Hohen Norden des Landes, aber auch im Kaukasus, in Sibirien, im Fernen Osten und den als „neuen Territorien“ bezeichneten völkerrechtswidrig besetzten Gebieten der Ukraine, so Putin. Davor hatte er in einer Videokonferenz die weitere Entwicklung des Rohstoffabbaus mit Ministern und anderen Vertretern der Staatsführung besprochen.
Russland kontrolliert einschließlich der seit 2014 annektierten Halbinsel Krim fast ein Fünftel des ukrainischen Staatsterritoriums. US-Präsident Donald Trump verlangt als Kompensation und für eine Fortsetzung der US-amerikanischen Unterstützung der Ukraine von Kiew unter anderem auch den Zugriff auf Rohstoffvorkommen der Ukraine.
Durch die Sanktionen des Westens steht Russlands Wirtschaft unter Druck. Am Montag, dem dritten Jahrestag des russischen Überfalls der gesamten Ukraine, verabschiedete beispielsweise die EU ihr 16. Sanktionspaket seit dem 24. Februar 2022 gegen Moskau.
Andere Pakete wurden unter anderem von der Gruppe der G7-Staaten verhängt, denen auch die USA angehören, oder alleine von den USA oder Großbritannien. Der Kreml dürfte die Gespräche mit Trumps Team daher möglicherweise auch nutzen, um für eine Aufhebung der Strafmaßnahmen zu werben.