Ukraine: Möglicher „Riesengewinn“ durch Flamingo-Marschflugkörper
Kiew. Soll die Ukraine den deutschen Taurus-Marschflugkörper bekommen oder nicht? Die Debatte über das Für und Wider bewegte die Republik, von Talkshows bis hinein in Demos, wo eine Lieferung gefordert wurde.
„Olaf, rück die Taurus raus“, hieß es unter anderem, doch der ehemalige Bundeskanzler Scholz (SPD) lehnte aus Angst vor einer Eskalation des Krieges mit Russland ab.
Sein Nachfolger Friedrich Merz (CDU) zeigte sich in der Frage schließlich deutlich zurückhaltender, als er es noch im Wahlkampf getan hatte. Jetzt aber könnte sich die Debatte sowieso weitestgehend erledigt haben.
Die Ukraine kann es nun allein
So legt es zumindest eine Einschätzung des Militärexperten Fabian Hoffmann nahe. „Der militärische Bedarf für einen Taurus ist jetzt deutlich geringer als 2023“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Damals hätte der Taurus helfen können, aber im vierten Jahr der russischen Invasion ist Kiew offenbar viel besser aufgestellt, um Ziele auch Hunderte oder mehr als tausend Kilometer von der Grenze entfernt in Russland zu treffen.
Da spielen einerseits ausländische Lieferungen eine Rolle – doch andererseits wächst eben auch die ukrainische Eigenproduktion. Kiew baut etwa Drohnen und „Mini-Marschflugkörper“ namens Ruta und Peklo selbst, die laut Hoffmann Distanzen von 500 bis 800 Kilometern überbrücken können.