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USAAngriff auf Salman Rushdie: Amerika diskutiert, wie sicher verfolgte Autoren noch sind

Die USA bieten vielen verfolgten Schriftstellern Unterschlupf. Nach dem Mordanschlag auf den Autor gerät nun ihre Sicherheit in den Fokus.Felix Holtermann 14.08.2022 - 18:07 Uhr Artikel anhören

Der Schriftsteller wurde am Freitag bei einem Auftritt mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

Foto: Reuters

New York. Metalldetektoren gibt es keine, auch Polizisten sind nicht zu sehen, als Salman Rushdie am Freitag die Hauptbühne der Chautauqua Institution im Nordwesten des Staats New York betritt. 1874 von Methodisten gegründet, dient die Institution als Rückzugsort für Literaten und Künstler. Im Amphitheater soll Rushdie einen Vortrag über die USA als Schutzraum für Autoren im Exil halten.

Noch während er sich vorbereitet, stürmt der 24-jährige libanesischstämmige Hadi M. aus New Jersey auf die Bühne und sticht dem indisch-britischen Autor rund zehnmal in den Kopf und in den Bauch. Kurz darauf gelingt es einigen Zuschauern, ihn zu überwältigen, wie die „New York Times“ berichtet.

Hadi M. wurde am Samstag dem Haftrichter vorgeführt und plädierte auf unschuldig. In sozialen Netzwerken war er unter anderem als Unterstützer der iranischen Revolutionsgarden aufgefallen. Rushdie, der seit 1989 durch eine Fatwa des damaligen iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini mit dem Tod bedroht wird, war am Sonntag wieder ansprechbar und nicht mehr an ein Beatmungsgerät angeschlossen, wie sein Agent Andrew Wylie mitteilte.

Seit der Tat wird insbesondere in den USA wieder verstärkt über die Sicherheit von Autoren gegenüber religiösem und extremistischem Fanatismus diskutiert.

Das trifft zum einen konkret Einrichtungen, die verfolgten Autoren eine Bühne bieten. Chautauqua-Präsident Michael Hill wies die Kritik zurück, man habe nicht ausreichend für Rushdies Sicherheit gesorgt: „Der einzige Weg, um zu garantieren, dass in Chautauqua nie etwas passiert, ist, das Gelände abzusperren und einen Polizeistaat daraus zu machen.“

Nach dem Messerangriff auf den indisch-britischen Schriftsteller hat sich dessen Gesundheitszustand offenbar verbessert. Nach Angaben seines Agenten wird der 75-Jährige nicht mehr beatmet.

Zum anderen wurde in Washington genau registriert, wie der offizielle Iran auf den Mordversuch reagierte. Auf der Titelseite der regierungsnahen Zeitung „Keyhan“, deren Chefredakteur von Irans Oberhaupt Ali Chamenei ernannt wird, hieß es am Sonntag, Rushdie habe „göttliche Rache“ erhalten. Ex-Präsident Donald Trump und Ex-Außenminister Mike Pompeo seien „die Nächsten“.

Die Zeitung „Chorasan“ brachte die Schlagzeile: „Satan auf dem Weg zur Hölle“. Von der Regierung in Teheran lag noch keine Stellungnahme vor. Der israelische Regierungschef Jair Lapid gab dem Iran die Verantwortung für den Messerangriff. Der Vorfall sei „das Resultat von Jahrzehnten der Aufwiegelung, angeführt durch das extremistische Regime in Teheran“.

US-Präsident Joe Biden erklärte, Rushdie stehe „für wesentliche, universelle Ideale“. Ein japanischer Übersetzer von Rushdies Werk „Die satanischen Verse“, nach dessen Veröffentlichung die Fatwa verhängt worden war, war 1991 ermordet worden.

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Die britische „Harry Potter“-Autorin Joanne K. Rowling wurde nach dem Angriff selbst bedroht und schaltete die Polizei ein. Sie hatte ihr Entsetzen über den Mordversuch ausgedrückt. Ein Nutzer antwortete: „Keine Sorge, du bist die Nächste.“

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