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WeißrusslandPolizeigewalt bei friedlichen Protesten gegen Lukaschenko in Minsk

Seit fast vier Monate protestieren Oppositionelle gegen die weißrussische Regierung. Dabei kommt es regelmäßig zu gewalttätigen Angriffen der Polizei. 22.11.2020 - 14:24 Uhr Artikel anhören

Die Proteste gegen Lukaschenko halten mittlerweile seit vier Monaten an.

Foto: Reuters

Minsk. Tausende Menschen haben trotz Polizeigewalt zum 15. Mal in Serie bei einer Sonntagsdemonstration in Weißrussland gegen Machthaber Alexander Lukaschenko friedlich protestiert. In der Hauptstadt Minsk versammelten sich die Menschen zunächst in ihren Wohnvierteln und bildeten dann Protestzüge mit den historischen weiß-rot-weißen Fahnen.

Die Polizei begann schon zu Beginn der nicht genehmigten Versammlungen mit Festnahmen. Das Menschenrechtszentrum Wesna veröffentlichte am Nachmittag die Namen von mehr als 100 Festgenommenen. An den vergangenen beiden Sonntagen kam es jeweils zu rund 1000 Festnahmen. Auch in anderen Städten forderten Menschen erneut Lukaschenkos Rücktritt.

Der Machtapparat zog Hundertschaften Uniformierter von Innenministerium und Armee in Minsk zusammen. Gefangenentransporter, Wasserwerfer und andere schwere Technik standen bereit. Die großen Plätze der Hauptstadt waren mit Metallgittern abgesperrt, wie auf Bildern im Nachrichtenkanal Telegram zu sehen war. Die Behörden regelten das mobile Internet herunter und sperrten etwa zehn Metrostationen - so sollten Massenansammlungen verhindert werden.

Offiziell war die Aktion diesmal als „Marsch gegen den Faschismus“ angekündigt. Die Organisatoren regierten damit auf jüngste Beschimpfungen durch Lukaschenko, sie seien Faschisten.

Die Proteste der Demokratiebewegung dauern seit mehr als drei Monaten an. Die Bewegung fordert auch ein Ende der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Lukaschenko beansprucht den Sieg der Präsidentenwahl vom 9. August mit 80,1 Prozent der Stimmen für sich, nach 26 Jahren im Amt. Die Opposition sieht dagegen die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als Siegerin der Wahl.

dpa
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