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AußenhandelDeutsche Exporte nach Großbritannien sinken nach Brexit weiter

Die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich sind im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent gefallen. Der Brexit dämpfte auch den Handel zwischen der EU und Großbritannien. 28.01.2022 - 13:03 Uhr Artikel anhören

Deutschland versendet immer weniger Waren nach Großbritannien.

Foto: dpa

Berlin. Ein Jahr nach dem Brexit sinken die deutschen Exporte nach Großbritannien erneut. 2021 gingen Waren im Wert von 65,4 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich und damit nochmals 2,5 Prozent weniger als im Jahr davor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Im Corona-Rezessionsjahr 2020 waren die Ausfuhren bereits um 15,3 Prozent eingebrochen. In der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner Deutschlands fiel das Vereinigte Königreich bei den Exporten von Rang 5 im Jahr 2020 auf Rang 8 für 2021 zurück und rutsche bei den Importen von Rang 11 auf Rang 13. Diese Zahlen für 2021 gelten für den Zeitraum Januar bis November.

Wichtigste Handelsgüter bei den deutschen Exporten nach Großbritannien waren in den ersten elf Monaten Kraftfahrzeuge und -teile im Wert von 14,0 Milliarden Euro (-2,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum). Importseitig waren die wichtigsten Handelsgüter aus dem Vereinigten Königreich Metalle im Wert von 4,0 Milliarden Euro. Wegen der starken Preisanstiege stiegen diese Einfuhren um 84 Prozent.

Der Ausstieg aus der Europäischen Union dämpfte auch den Handel zwischen der EU und Großbritannien, wie das Münchner Ifo-Institut erklärte. So sei der britische Anteil an den EU-Warenexporten von 6,2 Prozent 2019 auf 5,2 Prozent 2021 gesunken. Der Anteil an den EU-Warenimporten sank gleichzeitig von 3,9 auf 2,6 Prozent 2021.

Die Forscherinnen und Forscher betrachteten jeweils die Daten für Januar bis November. „Ein weiterer Teil der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung und den Handel fand bereits vor dem Austritt 2020 statt“, sagte Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. „Ursachen waren, dass die Unsicherheit für die Firmen zunahm und die Unternehmen sich bereits nach der Volksabstimmung 2016 an das neue Umfeld anpassten.“

Das Handels- und Kooperationsabkommen nach dem Brexit konnte laut Ifo zwar höhere Zölle vermeiden. Allerdings gebe es nun Prüfbescheinigungen oder weitere Dokumente und Anforderungen, die den Grenzübertritt zeitaufwändiger und komplizierter machten und so höhere Handelskosten verursachten. „Diese neuen Hindernisse sind verheerend für die Unternehmen in der EU und im Vereinigten Königreich, und insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen“, betonte Flach.

rtr
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