Strompreise: Zehn effektive Tipps, die deutlich Strom sparen
Düsseldorf. Strom war 2023 so teuer wie noch nie. Der durchschnittliche Strompreis für einen Musterhaushalt lag laut Bundesverband der Energiewirtschaft im vergangenen Jahr bei 45,7 Cent pro Kilowattstunde. Vor der Energiekrise betrug der Strompreis im Schnitt noch 32,2 Cent.
Mittlerweile haben sie sich auf einem etwas niedrigerem Niveau eingependelt, könnten in den kommenden Monaten aber wieder steigen. Für Verbraucher ist das ein guter Grund, weiter Strom zu sparen.
Wie das gelingt und was Sie aktuell beim Stromsparen beachten sollten, erklärt Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Lesen Sie hier die zehn effektivsten Wege, um Strom zu sparen.
Strom sparen: Was sind die Stromfresser?
Energieexperte Martin Brandis hat eine einfache Antwort auf die Frage, wie Verbraucher einfach Strom sparen können: „Am besten spart man dort, wo man am meisten verbraucht.“ Doch welche Geräte sind das?
1. Geräte mit hohem Verbrauch erkennen: Mit 27 Prozent machen Unterhaltungs- und Kommunikationstechnologien mittlerweile im Schnitt den größten Anteil am Stromverbrauch eines Haushalts aus. Das schätzt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Damit haben Fernseher, Spielekonsolen und PCs frühere Stromfresser wie Kühlschränke und Tiefkühltruhen überholt.
Brandis weist besonders auf Geräte hin, die Tag und Nacht in Betrieb sind, wie zum Beispiel WLAN-Router: „Der Internetrouter kann manchmal so viel verbrauchen wie ein Kühlschrank“, erklärt er. Es lohne sich, den Router oder zumindest Funktionen wie das WLAN nachts abzuschalten, entweder automatisiert über die Programmeinstellungen oder indem man den Stecker zieht.
Andere Geräte mit hohem Stromverbrauch sind:
- elektronische Durchlauferhitzer für Warmwasser
- alte Heizungspumpen bei Öl- und Gasheizungen
- Elektroherde
2. Wasser sparen: „Der Elektrodurchlauferhitzer ist in Haushalten mit elektrischer Warmwasserbereitung in der Regel der größte Einzelverbraucher im Haushalt“, betont Brandis. Während Hausbesitzer sich bei einem Austausch beraten lassen sollten, sind Mieter hier auf die Entscheidung des Eigentümers angewiesen. Sie können den Erhitzer nicht eigenständig austauschen.
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Deshalb lautet ein wichtiger Tipp, um Strom zu sparen: den Wasserverbrauch des Durchlauferhitzers reduzieren. Möglich ist das mit Sparduschköpfen, Perlatoren (also Strahlreglern am Wasserhahn) und kürzeren Duschzeiten.
Was verbraucht viel Strom in der Wohnung?
3. Heizungspumpe erneuern: Auch wenn die Heizung mit Öl oder Gas betrieben wird, verbraucht sie Strom, um die Wärme im Haus zu verteilen. „Alte Heizungspumpen verbrauchen oft ein Vielfaches von dem, was nötig ist“, erklärt der Energieexperte. Als Energieberater kenne er einzelne Haushalte, in denen die Pumpe Stromkosten von mehr als 100 Euro im Jahr verursacht habe. Wer hier Fragen hat, solle eine individuelle Energieberatung einholen.
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4. Elektroherd überprüfen: Beim Kochen sei zwar Einsparpotential da, erläutert Brandis, er halte dies aber für gering. Prinzipiell verbraucht ein Induktionsherd weniger Energie. Das bedeutet aber häufig auch, dass Kochgeschirr ausgetauscht werden muss, wodurch Anschaffungskosten entstehen. Daher verweist der Energieexperte auf Tipps wie:
- Topf mit Deckel benutzen
- Nur so viel Wasser aufkochen wie nötig
- Wasser im Wasserkocher erhitzen statt im Topf
- Kleinere Heizplatten reichen häufig aus
Beim Backen lässt sich ebenfalls der Stromverbrauch reduzieren. Das Stromsparportal co2online gibt Ratschläge:
- Umluft oder Heißluft statt Ober-/Unterhitze verwenden.
- Bei Umluft mehrere Bleche gleichzeitig statt hintereinander in den Ofen schieben.
- Auf das Vorheizen verzichten und die Restwärme des Ofens nutzen.
5. Effizientere Geräte einsetzen: Das Einsparpotenzial ist auch da hoch, wo Geräte in den vergangenen Jahren energieeffizienter geworden sind. Dazu zählen Kühlschränke, Gefriergeräte, aber auch Wäschetrockner, erklärt Brandis. Hier könnte sich eine Neuanschaffung besonders lohnen. Bei einem Kühlschrank ist das etwa nach zehn Jahren der Fall, gibt das Portal co2online an.
Wer sich unsicher ist, kann mit einem Strommesser nachprüfen, wie effizient seine Geräte arbeiten. Die Messgeräte können Haushalte bei der Verbraucherzentrale, den Stadtwerken oder im Elektrohandel ausleihen.
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Wie kann man im Haushalt Strom sparen?
6. Im Büro arbeiten statt im Homeoffice: „Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich berichten, dass der Stromverbrauch im Homeoffice um zehn bis 15 Prozent steigt“, sagt Brandis. Das ist zwar nicht repräsentativ, aber klar ist: Wer häufig zu Hause arbeitet, verbraucht dort auch mehr Strom.
7. Den Stromanbieter wechseln:
Viele Stromanbieter senken 2024 die Strompreise. Andere erhöhen die Preise hingegen sogar. Der Strompreis für Neukunden liegt oft deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von 42 Cent pro kWh. Mit einem Wechsel können Verbraucher mitunter mehrere hundert Euro an Stromkosten sparen. Energieexperte Brandis rät: „Ich empfehle, den Markt zu beobachten und je nach Vertragssituation zu wechseln.“
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8. Bei der Übernahme gebrauchter Geräte nach Stromverbrauchsmessung fragen: Zieht man in eine neue Wohnung oder ein neues Haus, stellt sich häufig die Frage, ob man die Altgeräte der Vormieter behält. Obwohl das oft eine bequeme Lösung ist, rät Brandis, die Vormieter zu einer Stromverbrauchsmessung aufzufordern und nach dem Alter der Geräte zu fragen. So können Mieter böse Überraschungen vermeiden. Das Gleiche gilt für den Erwerb von gebrauchten Geräten.
9. Stecker erreichbar installieren: Mehrfachsteckdosen mit Ausschalttaste sind in vielen Haushalten üblich. Auch hier kann es aber eine Frage der Bequemlichkeit sein, ob man den Ausschaltknopf betätigt oder nicht. Brandis empfiehlt daher: „Wer umständlich unter den Tisch krabbeln muss, um Geräte auszuschalten, lässt es häufig sein – lieber die Steckdosen so positionieren, dass nur noch ein Handgriff nötig ist.“
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10. In eine Wohngemeinschaft ziehen: Der Pro-Kopf-Stromverbrauch ist in Singlehaushalten durchschnittlich am höchsten. Bei mehr Haushaltsmitgliedern sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch. Daher kann es sich etwa für Studenten und Berufseinsteiger lohnen, sich nach einer Wohngemeinschaft umzuschauen.
Strom sparen: Diese Webseiten helfen weiter
- Informieren Sie sich auf der Energieberatungs-Plattform der Verbraucherzentrale. Dort können Sie einen individuellen Beratungstermin ausmachen.
- Analysieren Sie Ihren Stromverbrauch mit dem StromCheck von co2online. Hier können Sie prüfen, ob Ihr Verbrauch zu hoch ist.
- Verstehen Sie Ihre Stromrechnung besser mit einer Beispielrechnung von co2online.
Dieser Artikel erschien bereits am 07.01.2024. Der Artikel wurde am 20.06.2024 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.