Raumfahrt: Wie Frankreich Deutschland bei „Iris2“ ausmanövriert hat
München, Düsseldorf, Berlin. Es ist eines der wichtigsten Projekte der EU, um die Infrastruktur für das Internet der Zukunft nicht aus der Hand zu geben – und Deutschland spielt dabei kaum eine Rolle.
Es geht um das Projekt „Iris2“. Dahinter verbirgt sich der Wunsch der EU, ein eigenes Satellitensystem nach dem Vorbild von Starlink aufzubauen. Das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk ist keine vier Jahre aktiv – und versorgt mit mehr als 5400 Satelliten die halbe Welt mit Internet.
Sie werden in Krisen- und Kriegsgebieten eingesetzt, um die Kommunikation bei zerstörter oder fehlender Infrastruktur aufrechterhalten zu können. Unter anderem im Ukrainekrieg spielen sie eine wichtige Rolle.
Weil die Kommunikation über Satelliten zudem auch für viele Zukunftsanwendungen wie etwa das autonome Fahren wichtig wird, will die EU Unternehmen wie Starlink nicht das Feld überlassen, sondern selber aktiv werden und zieht nach.
Die EU baut mit „Iris2“ ihr eigenes Satellitensystem auf. Zwei Jahre nach der Ankündigung des Projekts soll kommende Woche nach Informationen des Handelsblatts ein Industriekonsortium bei der EU-Kommission ein verbindliches Angebot über die technische Ausgestaltung abgeben. Konkurrenten gibt es nicht. Deutsche Unternehmen kommen darin nur am Rande vor, dafür eine Reihe französischer.