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Adtech Lokales Marketing, weltweit: Uberall macht sich mit Zukauf fit für die Börse

Das Berliner Start-up bringt Läden auf Karten wie Google Maps. Dank einer neuen Finanzierungsrunde gehört es zu den bestfinanzierten deutschen Adtechs.
16.06.2021 - 08:17 Uhr Kommentieren
Die Berliner Gründerszene hat mit Uberall ein weiteres Unternehmen, das in absehbarer Zeit zum mit einer Milliarde Dollar bewerteten Einhorn werden könnte. Quelle: Union Investment
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Die Berliner Gründerszene hat mit Uberall ein weiteres Unternehmen, das in absehbarer Zeit zum mit einer Milliarde Dollar bewerteten Einhorn werden könnte.

Hamburg Er bringt Läden wortwörtlich auf die Karte: Florian Hübners Berliner Unternehmen Uberall bietet Softwarelösungen für das ortsgebundene Marketing. Dazu gehört, Geschäfte bei den Kartendiensten etwa von Google, Apple und Here auffindbar zu machen. Jetzt vergrößert Hübner das 2012 gegründete Start-up deutlich.

Er übernimmt einen Konkurrenten in Kalifornien und erhält dafür und für das weitere Wachstum 95 Millionen Euro frisches Risikokapital. Die Berliner Gründerszene hat damit ein weiteres Unternehmen, das in absehbarer Zeit zum mit einer Milliarde Dollar bewerteten Einhorn werden könnte – mit einer Perspektive für einen Börsengang.

Der Bereich Adtech – also Technologie fürs Marketing – findet bei Start-up-Investoren zunehmend Beachtung. Laut einer Studie der Beratung EY gab es 2020 immerhin 103 Finanzierungsrunden bei solchen Start-ups in Deutschland. Die Finanzierungsrunde bei Uberall von United Internet sowie den Wachstumsfinanzierern Bregal Milestone und Level Equity ist eine der größten in dem Feld. Insgesamt ist Uberall nun mit 142 Millionen Euro Risikokapital finanziert worden.

„Solch eine Finanzierungsrunde bringt uns nur etwas, wenn wir damit unser Wachstum beschleunigen“, sagte der 39-jährige Hübner dem Handelsblatt. Daher stemmt er die Übernahme des kalifornischen Konkurrenten MomentFeed, die über 100 neue Mitarbeiter bringt. Das Ziel: Durch die Stärkung des Geschäfts in Nordamerika will Hübner weltweit vorn mitspielen. Als Hauptkonkurrenten sieht er dabei den an der New Yorker Börse notierten US-Anbieter Yext.

Für Hübner ist das bereits die dritte internationale Übernahme. Vor einem Jahr kaufte er in Kanada zu, vor knapp drei Jahren in Amsterdam. Inzwischen kommt Uberall nach seinen Angaben auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz mit nunmehr 380 Mitarbeitern. Die jüngsten im „Bundesanzeiger verfügbaren Angaben stammen von 2019: In dem Jahr kam Uberall noch auf nur gut 19 Millionen Euro Umsatz und 11,7 Millionen Euro Verlust.

Groupon als Inspiration

Der studierte Informatiker und Ex-McKinsey-Berater Hübner gründete Uberall 2012 zusammen mit seinem Grundschulfreund David Federhen. Für den Start ins Unternehmertum brach er sein Promotionsvorhaben am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut ab.

Der studierte Informatiker und Ex-McKinsey-Berater Hübner gründete Uberall 2012 zusammen mit seinem Grundschulfreund David Federhen.
Florian Hübner

Der studierte Informatiker und Ex-McKinsey-Berater Hübner gründete Uberall 2012 zusammen mit seinem Grundschulfreund David Federhen.

Inspiration bei der Gründung sei Groupon gewesen. Das Gutscheinportal versuchte ebenfalls, die Offlineläden mit der Onlinewelt zu verbinden – allerdings nach anfänglicher Euphorie nicht mit nachhaltigem Erfolg.

„Wir hatten Glück, dass wir zur richtigen Zeit gestartet sind, bevor die Websuche im Umkreis auf dem Smartphone richtig an Fahrt aufgenommen hat“, sagte Hübner. Zunächst versuchten sich die beiden Gründer an einer eigenen Promotion-App, die Kunden und Läden verbinden sollte – ein zu ambitioniertes Vorhaben, das viel Marketing erforderte. Wenige Monate nach der Gründung schwenkten sie auf das Modell um, die Auffindbarkeit von Läden auf bestehenden Plattformen, Kartendiensten und Suchmaschinen zu verbessern und lokale Onlinebewertungen nachzuverfolgen.

Zu den Kunden gehören die Tankstellenkette BP, der dänische Discounter Netto, Pizza Hut und die Deutsche Bahn. Für die niederländische Post NL brachte Uberall beispielsweise alle angeschlossenen Paketshops auf die Kartendienste Apple Maps und Google Maps. Nutzer finden nun schnell die nächstgelegene Abholstation.

Mit solchen Beispielen will Hübner weltweit weitere Kunden gewinnen. Im kommenden halben Jahr will er sich vor allem um die Integration von MomentFeed kümmern und das Wachstum beschleunigen. Die 45 Software-Entwickler, die durch die Übernahme hinzukommen, spielen dabei eine wichtige Rolle. MomentFeed-CEO Nick Hedges bleibt an Bord und wird Amerika- sowie Strategie-Chef.

„Mit dem Schritt sind wir jetzt groß genug, um in absehbarer Zeit an die Börse gehen zu können – falls wir das wollen“, sagte Hübner. Sollte das gelingen, sitzt ein weiterer Profiteur in Berlin: Der Frühphasenfinanzierer Project A ist fast seit dem Start dabei.

Mehr: Mehrfachgründer machen Berlin zu Deutschlands Start-up-Hochburg

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