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Chiphersteller Wachstumsstark und klimafreundlich: Wie intelligente Gebäude Infineons Geschäft mit Sensoren treiben

Die Politik drängt auf klimafreundlichere Bauten. Für den Chiphersteller Infineon tun sich so neue Einnahmequellen in seiner profitabelsten Sparte auf.
21.06.2021 - 13:00 Uhr Kommentieren
Die Sensoren von Infineon sorgen dafür, dass das Licht ausgeht sowie Heizung, Kühlung und Lüftung angepasst werden, wenn niemand im Raum ist. Quelle: Bloomberg
Bürogebäude in Sydney

Die Sensoren von Infineon sorgen dafür, dass das Licht ausgeht sowie Heizung, Kühlung und Lüftung angepasst werden, wenn niemand im Raum ist.

(Foto: Bloomberg)

München Der Satz könnte aus einem Prospekt von Infineon stammen, geht in Wirklichkeit aber doch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück: Der Gebäudebereich lasse sich „mit intelligenten Lösungen noch klimafreundlicher gestalten“.

Die CDU-Politikerin formulierte vor kurzem, womit Deutschlands größter Chiphersteller in diesen Tagen um neue Kunden wirbt. „Mit unseren Sensoren lässt sich der Energieverbrauch in Gebäuden zwischen 30 und 50 Prozent senken“, sagte Andreas Urschitz, Chef der Infineon-Sparte Power & Sensor Systems (PSS), dem Handelsblatt.

Weltweit nehmen Gesetzgeber Erbauer und Betreiber von Gebäuden immer stärker in die Pflicht. Das ist für den Dax-Konzern eine riesige Chance. Die sogenannten intelligenten Gebäude gehören zu jenen bislang eher randständigen Gebieten, in denen die Division aber großes Wachstum erwartet.

Die Sensoren nutzen unter anderem Radartechnologie und erkennen so zum Beispiel, ob sich eine Person im Raum befindet, beziehungsweise wie viele Menschen vor Ort sind. Entsprechend wird geheizt, gekühlt oder gelüftet und das Licht an- oder ausgeschaltet. Das sei durchaus relevant fürs Klima, bekräftigen die Verantwortlichen bei Infineon. 29 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs entfallen der amerikanischen Energieinformations-Agentur EIA zufolge auf Wohngebäude.

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    Infineon geht davon aus, dass der Markt für Radarsensoren, wie sie in intelligenten Gebäuden genutzt werden, von 285 Millionen Euro in diesem Jahr auf 700 Millionen 2025 zulegt. Der Markt für Umgebungssensoren wird sich den Konzernschätzungen zufolge auf 601 Millionen Euro 2025 fast vervierfachen. Diese Bauteile messen zum Beispiel die Luftqualität.

    Die renditestärkste Sparte von Infineon

    Für Infineon ist ein wachsendes Geschäft von PSS besonders wichtig. Dies ist die profitabelste Sparte des Konzerns. Die operative Marge lag im jüngsten Quartal bei 23,4 Prozent. Im gesamten Unternehmen betrug sie 17,4 Prozent. Der Umsatz der Division ist zwischen Januar und Ende März gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 787 Millionen Euro geklettert. Sie steht inzwischen für 29 Prozent des Konzernumsatzes.

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    Um die Klimavorgaben des Pariser Abkommens zu erfüllen, verstärken derzeit viele Länder ihre Umweltschutzbemühungen. In Deutschland will die Bundesregierung mit einem neuen Gesetz den Klimaschutz voranbringen und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankern. Gebäude spielen dabei eine wichtige Rolle.

    Der bayerische Wohnungsverband VdW geht davon aus, dass allein im Freistaat 20.000 Wohnungen pro Jahr saniert werden müssten, um die Vorgaben zu erreichen. Auf den Bund hochgerechnet wäre das eine sechsstellige Zahl, weltweit geht es um viele Millionen. Dazu kommen zahllose Gewerbeimmobilien.

    Sensoren gehören zu den wenigen Bereichen der Chipindustrie, in denen Europa noch führend ist. Wichtige Wettbewerber von Infineon sind der Stuttgarter Autozulieferer Bosch und die französisch-italienische ST Microelectronics. Amerikaner und Asiaten hinken Europa auf diesem Feld mindestens fünf Jahr hinterher, so die Beratungsgesellschaft McKinsey.

    Wachstumsmärkte elektrisieren die Infineon-Investoren

    Dass dieses Geschäft sich so vielversprechend entwickelt, passt ins Gesamtbild dieser Tage bei Infineon: Vorstandschef Reinhard Ploss hat Anfang Mai zum zweiten Mal dieses Jahr die Jahresprognose erhöht. Der Ingenieur stellt nun einen Umsatz von elf Milliarden Euro in Aussicht – 200 Millionen mehr, als er im Februar vorhergesagt hatte. Das entspricht einem Plus von gut einem Viertel gegenüber dem vorigen Geschäftsjahr.

    Außerdem wird Infineon besser verdienen: Die operative Marge im Geschäftsjahr, das am 30. September zu Ende geht, soll auf 18 Prozent steigen. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als bisher angekündigt.

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    Nur ein Faktor bremst Infineon derzeit: Einen Teil seiner Produkte bezieht der Chipkonzern von Auftragsfertigern in Fernost. Die aber sind voll ausgelastet. Die Bayern können daher gar nicht so viel liefern, wie die Kunden bestellen. Infineon werde das im laufenden Geschäftsjahr bis zu 200 Millionen Euro Umsatz kosten, fürchtet Finanzvorstand Sven Schneider

    Wachstumsmärkte wie die intelligenten Gebäude elektrisieren die Investoren von Infineon indes schon seit geraumer Zeit. Binnen Jahresfrist ist der Aktienkurs um knapp 70 Prozent auf rund 33 Euro gestiegen.

    Das soll es aber noch nicht gewesen sein: Der Halbleiterkonzern profitiere von einer starken Nachfrage in seinen Absatzmärkten, wobei die Digitalisierung als Treiber fungiere, urteilt Goldman-Sachs-Analyst Alexander Duval. Der Banker rechnet mit einem Kursplus von rund 30 Prozent in den nächsten zwölf Monaten.

    Mehr: Geldverschwendung: Warum Halbleiter-Experten eine Mega-Chipfabrik der neuesten Generation in Europa ablehnen

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