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Deutsche Telekom T-Mobile erobert mit 5G den US-Mobilfunkmarkt

Die US-Tochter der Deutschen Telekom profitiert von der Sprint-Übernahme – und treibt die großen US-Konkurrenten einer 5G-Offensive vor sich her.
03.09.2020 - 11:00 Uhr Kommentieren
Die Tochter der Deutschen Telekom ist in den USA mit Kampfpreisen auf Expansionskurs. Quelle: AP
T-Mobile-Chef Mike Sievert

Die Tochter der Deutschen Telekom ist in den USA mit Kampfpreisen auf Expansionskurs.

(Foto: AP)

New York „Alle jagen T-Mobile hinterher“ – so fasst der Analyst Craig Moffett vom Researchhaus Moffett Nathanson die Lage auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt zusammen. Alle, das sind vor allem die bisher größten Mobilfunkunternehmen im US-Markt, AT&T und Verizon. Und T-Mobile ist die Tochter der Deutschen Telekom, die sich mit Sprint zusammengeschlossen hat. Sie prescht derzeit mit einem weitreichenden 5G-Netz hervor und wirbt den angestammten Anbietern die Kunden ab.

Fünf Monate ist es nun her, dass die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, den Konkurrenten Sprint übernommen hat. Seit der ersten Ankündigung hat es fast zwei Jahre gedauert, die Fusion abzuschließen. Der Chef der Telekom Timotheus Höttges musste den Zusammenschluss sogar persönlich vor einem Gericht in New York verteidigen. Doch die Beobachter sind sich einig, dass sich die Mühe gelohnt hat.

Im abgelaufenen Quartal hat T-Mobile USA den Konkurrenten AT& T überholt und ist nun der zweitgrößte Mobilfunker der USA. Das liegt an der Übernahme von Sprint, aber auch daran, dass die Kampfpreise gerade jetzt in der schweren Rezession gut ankommen. Bei Privatkunden ebenso wie für Unternehmen, Schulen und Behörden gewann T-Mobile unterm Strich 1,2 Millionen neue Kunden dazu. Damit steigen die Kundenzahlen im 22. Quartal in Folge.

„T-Mobile ist als Gewinner aus der Übernahme hervorgegangen“, urteilt Justinas Lasinakas, Berater des Marktforschungsinstituts Euromonitor. Roger Entner, Gründer der Branchenberatung Recon Analytics, sieht das ähnlich. Das Geschäft laufe derzeit sehr gut, lobt er. T-Mobile könne derzeit weiter Kunden gewinnen und sei auch technologisch Vorreiter. „Sie bauen ihr 5G aus, als gäbe es Covid nicht“, beobachtet der Berater. 

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    Als erster Mobilfunkanbieter in den USA betreibt T-Mobile ein eigenständiges 5G-Netz. „Sie haben mit einem Knopfdruck die 5G-Abdeckung von 200 Millionen auf 250 Millionen gesteigert, weil das Signal besser durch Wände dringt“, lobt Entner. Bisher galt Verizon in der Branche als 5G-Vorreiter.

    Legere hinterlässt ein Unternehmen auf Wachstumskurs

    Doch T-Mobile hat durch die Übernahme von Sprint mehr Mobilfunkmasten als alle anderen Anbieter im US-Markt. Die Tochter der Deutschen Telekom hat darüber hinaus versprochen, bis 2023 insgesamt 40 Milliarden Dollar zu investieren, einen Großteil davon in die 5G-Infrastruktur.

    Lange war T-Mobile für seine aggressiven Angebote und für seinen schillernden Vorstandsvorsitzenden John Legere bekannt. Der posierte in magentafarbenen Anzügen auf den sozialen Medien, betrieb Sonntags eine Slow-Cooker-Koch-Show und gab dem Unternehmen ein frisches Image.

    Während die Konzernmutter in Deutschland die Rolle des Ex-Monopolisten innehat, positionierte Legere T-Mobile in den USA erfolgreich als den „Uncarrier“, als den sympathischen Außenseiter, der gegen die großen, traditionellen Anbieter antritt.

    Mit günstigen und verständlichen Angeboten und einem jungen Image warb T-Mobile den Konkurrenten erfolgreich die Kunden ab. Und dieser Trend geht weiter – auch ohne Legere, der mit der Fusion abgetreten ist und seinen Posten dem ehemaligen COO Mike Sievert überlassen hat.

    Entner weist darauf hin, dass der T-Mobile-Chef auch mehr Freiraum hat, weil von ihm nicht so hohe Margen erwartet werden wie von AT&T und Verizon. „Die Strategie von AT&T und Verizon ist auf Profit ausgerichtet. T-Mobile dagegen auf Wachstum. Das sehen auch die Investoren so und fordern von T-Mobile nicht die gleichen Margen wie von AT&T und Verizon“, sagt er.

    AT&T, Verizon und Dish haben es schwer

    AT&T sei seit der Übernahme von Time Warner ohnehin eine Riesenbaustelle. Verizon habe zwar etwas mehr Spielraum, aber könne auch nicht so aggressiv in den Markt gehen wie T-Mobile, meint Entner. Und der neue vierte Anbieter Dish, dem T-Mobile und Sprint im Zuge der Fusion Lizenzen abgeben und günstigen Netzzugang ermöglichen mussten? „Dish schwimmt noch im Nichtschwimmerbecken und schaut zu , wie das alles funktioniert“, so Entner.

    Analyst Moffett drückt es noch drastischer aus: „Verizon fällt zurück. AT&T riskiert, auseinanderzufallen. Dishs Netzwerk-Strategie kann man noch gar nicht beurteilen.“  Das Einzige, was sie gemeinsam haben, sei, dass sie alle T-Mobile hinterherjagen.

    Marktforscher Lasinakas weist darauf hin, dass vor allem die abofreien Verträge in Corona-Zeiten gut ankommen. Angesichts der unsicheren Zeiten wollten die Menschen weniger Verpflichtungen eingehen.

    „Dank der Akquisition kann das Unternehmen schnelleren Service zu günstigen Preisen anbieten und seine Abdeckung erhöhen“, sagt Lasinakas. Er lobt die jüngste Initiative, den Kunden einen kostenlosen Schutz vor Roboter-Anrufen anzubieten. „Das Angebot wird die Kunden der Konkurrenzunternehmen motivieren, zu T-Mobile zu wechseln, damit sie sich effektiv vor Robocalls und anderen Betrügereien schützen können, ohne zusätzliche Kosten für diesen Service“, ist der Berater überzeugt.

    Mehr: Der neue Chef von T-Mobile prescht mit Kampfpreisen vor

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