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Quartalszahlen T-Mobile steigt zum zweitgrößten Mobilfunker der USA auf

Die Fusion mit Sprint lässt den Umsatz der Ex-Telekom-Tochter in die Höhne schnellen. In der Coronakrise setzen mehr Menschen auf billige Telekommunikationsdienste.
07.08.2020 - 03:15 Uhr Kommentieren
T-Mobile: Softbank verhandelt über den Verkauf von Anteilen an die Telekom Quelle: dpa
Filiale von T-Mobile US in New York

T-Mobile USA glänzt nach der Fusion mit Sprint mit starken Quartalszahlen. 

(Foto: dpa)

Denver, Düsseldorf Es war ein Quartal ganz nach Mike Sieverts Geschmack. T-Mobile USA hat den Konkurrenten AT&T überholt und ist nun der zweitgrößte Mobilfunker der USA, wie der CEO am Mittwoch verkündete. Das liegt zum einen an der vollzogenen Übernahme von Sprint, zum anderen aber auch an der anhaltend starken Beliebtheit des Konzerns, der seit Jahren mit Kampfpreisen und immer neuen Angeboten lockt und gerade jetzt, in der schweren Rezession gut ankommt – bei Privatkunden wie auch bei Unternehmen, Schulen und Behörden.

T-Mobile gewann unterm Strich 1,2 Millionen neue Kunden dazu, soviel wie kein anderer Mobilfunk-Anbieter. Besonders bei den lukrativen Vertragskunden lag das Unternehmen über den die Erwartungen der Analysten. Es war das 22. Quartal in Folge, in dem die Kundenzahlen stiegen.

Die Aktie legte nach Börsenschluss in New York um knapp sechs Prozent zu. Bei der Marktkapitalisierung liegt der magentafarbene Konzern jedoch noch mit deutlichem Abstand zu AT&T und Marktführer Verizon auf Platz drei.

“Ich war noch nie so begeistert von der Zukunft von T-Mobile“, schwärmte Sievert, der seit Anfang April die Geschäfte leitet. „Die Konkurrenz hat gedacht, dass uns die Fusion uns zu sehr ablenkt. Aber das stimmt nicht. Wir haben noch einen drauf gelegt.“ 

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    Zuvor war Sievert viele Jahre operativer Vorstand unter John Legere, der sich mit seinen schrillen Auftritten und den ständigen Lästerattacken gegen die Konkurrenz zum Gesicht von T-Mobile machte. Sievert muss sich emanzipieren, doch gleichzeitig den kämpferischen Geist des Unternehmens behalten. Auch das überschwängliche Marketing-Vokabular seines Vorgängers hat er übernommen.

    Die Fusion gehe „deutlich schneller voran“ als geplant, betonte Sievert. Rund zehn Prozent der Sprint-Kunden seien bereits auf die Netze von T-Mobile gewechselt. 85 Prozent hätten bereits ein Telefon, das mit den T-Mobile-Netzen kompatibel ist. Zudem geht es bei der Konsolidierung der Shops voran. Alle laufen nun unter der Marke T-Mobile. Teilweise würden die Läden von Sprint die bestehenden ergänzen, was zum Teil neue Kunden in die Läden ziehe.

    Unterm Strich ging es jedoch nach unten

    Der Nettogewinn sank auf 110 Millionen Dollar oder 9 Cent pro Aktie. Ein Jahr zuvor gab es noch ein Plus von 939 Millionen Dollar oder 1,09 Dollar pro Anteilsschein. Siewert warnte jedoch, dass die Ergebnisse nicht vergleichbar seien, da nun zum ersten Mal das fusionierte Unternehmen abgebildet werde und Fusionskosten die Zahlen belasten. Der Umsatz lag bei 17,7 Milliarden Dollar.

    Seit der Fusion von T-Mobile US und Sprint ist die Deutsche Telekom mit gut 43 Prozent an dem neuem Unternehmen beteiligt. Aufgrund einer Vereinbarung mit Sprints früherem Besitzer, Softbank, hält der deutsche Konzern aber 67 Prozent der Stimmrechte, so dass er weiter die volle Kontrolle ausübt und das Tochterunternehmen in der Bilanz konsolidieren kann. Eine weitere Veränderung der Eigentumsstruktur zeichnet sich ab: Der japanische Technologieinvestor ist in finanziellen Schwierigkeiten und wird daher einen Teil seiner T-Mobile-Aktien verkaufen – der deutsche Partner hat bis 2024 eine Kaufoption, um sich die Aktienmehrheit zu sichern.

    Das Geschäft in den USA war für die Deutsche Telekom schon vor der Fusion von großer Bedeutung. 2019 erwirtschaftete T-Mobile US bereits 50 Prozent des Konzernumsatzes, der sich auf 80,5 Milliarden Euro summierte. Wenn nun das Geschäft von Sprint hinzukommt – im vergangenen Jahr mit umgerechnet rund 28 Milliarden Euro Erlös –, wird das Tochterunternehmen in Amerika noch wichtiger für den größten Telekommunikationsanbieter Europas.

    Sievert hat ambitionierte Vorgaben aus Bonn. „Wir werden die Nummer eins in Amerika“, versprach Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges auf der Hauptversammlung im Juni. Das Geschäft in den USA werde zum „wichtigsten Wachstumstreiber“, hieß es auf der Hauptversammlung. Investoren bewerteten den Deal positiv, Union Investment lobte ihn beispielsweise als „Meisterstück“

    Vorreiter bei 5G

    Auch beim Thema 5G gibt Sievert das Tempo in der Branche vor. T-Mobile hat das größte 5G-Netz in Amerika, ist in 7500 Städten verfügbar. Der Netzausbau soll nun nach der Fusion noch forciert werden. Das Versprechen: Innerhalb von drei Jahren sollen 97 Prozent der US-Bevölkerung Zugang haben können, innerhalb von sechs Jahren sogar 99 Prozent.

    Im Gegensatz zur Konkurrenz kann T-Mobile bereits in vielen Teilen der USA 5G anbieten. Kunden hätten 23 Prozent der Zeit ein Signal, sagte CEO Mike Sievert kürzlich – und mit der Zusammenführung der Netze der beiden Unternehmen verbessere sich die Situation immer weiter. Analysten bestätigen das im Grundsatz: Das Unternehmen werde dank des Ausbaus eine bessere Abdeckung als AT&& und Verizon bieten können, meint etwa Roger Entner, Gründer der Firma Recon Analytics.

    Die Coronakrise sieht der T-Mobile-Chef eher als Vorteil. T-Mobile ist üblicherweise um zehn bis 20 Prozent günstiger als die Konkurrenten AT&T und Verizon. Das ist in der Rezession ein große Plus. Auch Unternehmen und Behörden, die eigentlich nur schwer zu einem Wechsel zu bewegen sind, würden sich nun offener zeigen. „Unternehmen müssen jeden Stein umdrehen, um Einsparmöglichkeiten zu finden. Wir haben die besten Preise und die beste Kapazität.“

    Auch die neuem 5G-Angebote bewirbt der Konzern mit Kampfpreisen: T-Mobile kündigte vor einigen Wochen an, dass Familien einen Vertrag für nur 25 Dollar pro Person und Monat bekommen sollen. Bei der Konkurrenz zahlen Kunden locker 15 Dollar mehr – pro Verbindung. Für fünf Dollar zusätzlich gibt der Herausforderer zudem noch ein Smartphone dazu.

    Mehr: Der neue Chef von T-Mobile prescht mit Kampfpreisen vor.

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