Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fabian Dudek von Glassdollar Partnervermittlung für Konzerne: Welches Start-up ist der beste Geschäftspartner?

Der Gründer von Glassdollar glaubt zu wissen, warum Start-up-Kooperationen immer wieder scheitern. Seine Firma soll sie endlich erfolgreich machen.
20.11.2020 - 15:15 Uhr Kommentieren
Der Gründer von Glassdollar scoutet für Konzerne die besten Geschäftspartner aus der Start-up-Szene.
Fabian Dudek

Der Gründer von Glassdollar scoutet für Konzerne die besten Geschäftspartner aus der Start-up-Szene.

Düsseldorf Wenn Konzerne mit Start-ups kooperieren, wird viel investiert, noch mehr Aufwand betrieben – und am Ende kommt wenig dabei rum. Fabian Dudek kennt die Vorurteile, die er beseiteräumen muss: „Start-up-Kooperationen haben in vielen Firmen schon lange den Ruf, dass sie nicht funktionieren“, sagt der 28-Jährige. Trotzdem glaubt er an den Bedarf solcher Partnerschaften: Seine Firma Glassdollar vermittelt etablierten Unternehmen Start-ups als Geschäftspartner.

Die Idee: In der Suchmaschine von Glassdollar sollen Konzerne alle Innovationen finden, die sie implementieren wollen – und den jeweils besten Anbieter für sie. In der Datenbank gebe es alles „von der Software zum Nachvollziehen der Lieferkette bis zum Plastik, das verrotten kann“, sagt Dudek. Zugleich ist Glassdollar eine Art Check24 für die Start-ups, vergleicht also Preise und Leistungsumfang.

„Wir beantworten jede Anfrage mit einer Liste von drei bis fünf Anbietern und der Begründung, warum wir sie für die besten halten“, erklärt der Gründer. Dahinter stehen Einschätzungen von Glassdollar-Mitarbeitern und eine Suchmaschine, die aus mehr als 40 Quellen auch Informationen darüber sammelt, wie sich die Bewertung der Firmen verändern und wie deren Software auf Entwicklerplattformen wie Product Hunt beurteilt wird.

Dudek ist sich sicher, dass einer der häufigsten Fehler bei Start-up-Kooperationen damit vermieden werden kann: „Bisher entstehen Start-up-Kooperationen oft aus zufälligen Bekanntschaften, die ein Innovationsmanager auf einer Konferenz gemacht hat“, sagt er – dadurch verlieren die Unternehmen Geld und die Start-ups Zeit, die sie besser in andere Projekte investiert hätten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Etwa ein Dutzend Unternehmen nutzen Glassdollar bereits, darunter Daimler, die Deutsche Bahn oder Siemens. Sie zahlen einen fünfstelligen Betrag im Jahr – das sei weniger als klassische Datenbanken wie etwa CBInsights verlangen, argumentiert der Gründer.

    Auch das Innovationslabor Wayra sucht für seine Muttergesellschaft Telefónica seit Kurzem innovative Start-up-Lösungen über Glassdollar: „Zusätzlich zu einem internen Team an Scouts nutzen wir Glassdollar wöchentlich, um den Scoutingpool zu erweitern“, sagt Wayra-Strategiechefin Katrin Bacic. Damit würde eine „hochqualitative Sichtung des Start-up-Marktes“ gewährleistet und die Chance auf passgenaue Lösungen erhöht.

    Daimler nutzt die Partner-Suchmaschine bereits

    Im laufenden Geschäftsjahr strebt Glassdollar siebenstellige Umsätze an. Neben den Abogebühren sind Umsatzbeteiligungen eine weitere Einnahmequelle. Ein Teil der Start-ups überlässt dem Vermittler in den ersten ein bis zwei Jahren einer neuen Kooperation vier bis zwölf Prozent der daraus entstandenen Umsätze. Wer die Beteiligung ablehnt, wird weniger eingehend geprüft und hat etwas geringere Chancen bei potenziellen Kunden.

    Dudek ist nicht der Einzige, der Start-up-Scouting als Geschäftsmodell erkannt hat. Auch Beratungen, Innovations-Förderprogramme und Plattformen, wie zum Beispiel Plug and Play, BCG Digital und Innospot, wollen Start-ups und Unternehmen zusammenzubringen.

    Mehrere Hunderttausend Euro hat Dudek nach eigenen Angaben schon in die Entwicklung seiner Suchmaschine gesteckt. Das Geld dafür hat er unter anderem aus einem Verkauf seiner Firma Nestpick an Rocket Internet gezogen – eine Plattform für möblierte Wohnungen die er als 22-jähriger Auslandsstudent in Rotterdam gestartet hatte. Aus den Erfahrungen, die er als junger Gründer machte, entstand auch die Idee zu Glassdollar.

    Ab 2017 versuchte Dudek mit Glassdollar zunächst, anderen Gründern passende Kapitalgeber zu vermitteln. Aber das habe sich nicht gut kommerzialisieren lassen, sagt er. Vor einem Jahr stellte er deshalb auf Partnervermittlung um und zeigt sich nun überzeugt: „Die wertvollste Unterstützung, die man einem Start-up bieten kann, sind erste Kunden.“

    Letztlich will er sich selbst und anderen damit die Chance auf Unternehmertum und die damit verbundenen Freiheiten ermöglichen. Aus Sicht des Gründers sind Start-ups „unglaublich gute Vehikel, selbst zu entscheiden, welchen Einfluss ich jeden Tag haben will und ein freies Leben zu führen“.

    Zu dieser Freiheit gehört für Fabian Dudek auch, mit seinen Mitarbeitern ins Winterquartier auf Mallorca zu ziehen. Für die nächsten Monate hat die Firma mit 14 Vollzeitstellen ihren Hauptsitz in ein Ferienhaus auf der Insel verlegt. Dort wird gemeinsam gearbeitet und gelebt – und Corona-Beschränkungen gibt es kaum.

    Mehr: Einhörner aus der Glaskugel: Wie KI Milliarden-Start-ups erkennen soll.

    Startseite
    Mehr zu: Fabian Dudek von Glassdollar - Partnervermittlung für Konzerne: Welches Start-up ist der beste Geschäftspartner?
    0 Kommentare zu "Fabian Dudek von Glassdollar: Partnervermittlung für Konzerne: Welches Start-up ist der beste Geschäftspartner?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%