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Jeff Teper im Interview Microsoft-Teams-Produktchef: „Mit dem letzten Jahr ist nichts vergleichbar“

Jeff Teper ist vom rasanten Wachstum des Kommunikationstools überrascht worden. Im Gespräch erklärt der Microsoft-Manager, wie es nun mit Teams weitergeht.
02.03.2021 - 15:00 Uhr Kommentieren
Der Produktchef von Microsoft Teams will aus dem Dienst eine umfassendere Plattform machen. Quelle: Microsoft
Jeff Teper

Der Produktchef von Microsoft Teams will aus dem Dienst eine umfassendere Plattform machen.

(Foto: Microsoft)

Der Lockdown veränderte alles: Jeff Teper übernahm im Februar 2020 die Entwicklung des Programmpakets Microsoft 365 inklusive der Kommunikationssoftware Teams – bald darauf begannen die Ausgangsbeschränkungen. Und damit wechseln Millionen Menschen ins Homeoffice.

Für Tepers Produktsparte heißt das bis heute: starkes Wachstum. Denn die dezentrale Organisation von Arbeitsabläufen hat Videodienste wie Zoom, Webex und eben Teams für Unternehmen unersetzlich gemacht. Doch Microsoft will mehr sein als eine kurzfristige Alternative. Teams soll zur Plattform für alle Wissensarbeiter werden. Wie das geschehen soll, erläutert Produktchef Teper im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Lesen Sie hier das vollständige Interview

Herr Teper, kurz vor dem ersten Lockdown haben Sie diesen Job übernommen. Wie war das?
Das war, ungefähr zehn Tage bevor die Infektionszahlen in die Höhe schossen. Ich habe schon Projekte mit großem Wachstum geleitet, zum Beispiel die Einführung von Office 365 in den frühen Cloud-Tagen, aber mit dem letzten Jahr war nichts vergleichbar.

Was heißt das?
Es kamen jeden Tag mehrere Millionen Nutzer dazu. Wir mussten dafür sorgen, dass der Dienst mit der Nutzung wächst. Einmal fragte eine Schulbehörde, ob wir auf einen Schlag zwei Millionen Schüler online bringen könnten. Glücklicherweise war die Softwarearchitektur darauf ausgelegt, das zu liefern. Zu 99 Prozent hat das sehr gut funktioniert…

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    … auch wenn es gelegentlich Störungen gab. Teams war nicht optimal für Videokonferenzen.
    Teams war bereits das am schnellsten wachsende Produkt in der Geschichte von Microsoft, weil es Chat und Gesprächsfunktion integrierte. Die Meeting-Funktion war allerdings nicht so umfangreich wie bei anderen Angeboten – da viele Nutzer den ganzen Tag in Videokonferenzen verbrachten, mussten wir das schnell ausbauen. In meiner Karriere bei Microsoft habe ich noch nie gesehen, dass so schnell so viele neue Funktionen ausgeliefert wurden.

    An welchen Zahlen kann man das Wachstum festmachen?
    Die Nutzerzahl hat sich von März bis November verdreifacht, aber die Dauer, die die Nutzer in Meetings verbracht haben, ist sogar um den Faktor 50 gewachsen. Wir brauchen inzwischen zehnmal so viel Rechenleistung wie vor einem Jahr.

    Grafik

    Wie ermitteln Sie, welche Funktionen die Kunden wollen?
    Wir haben das Feedback von einzelnen Nutzern berücksichtigt, aber auch sehr intensiv mit Unternehmenskunden zusammengearbeitet – übrigens nicht nur den großen, sondern auch den kleinen. Außerdem erforschen wir implizite, also nicht direkt geäußerte Bedürfnisse. Keiner hat nach dem „Together Mode“ gefragt, bei dem die Teilnehmer in einem virtuellen Raum platziert werden.

    Eine Art virtueller Hörsaal – warum?
    Die Ansicht vermittelt den Eindruck, dass man in einem Raum sitzt. Das erleichtert es, nonverbale Hinweise mitzubekommen und macht die Konversation natürlicher. Unsere Forschung zeigt, dass das Gehirn sich dann weniger anstrengen muss.

    Was bleibt nach der Coronakrise?
    Wir wissen nun, dass Mitarbeiter von überall aus und jederzeit zusammenarbeiten können. Künftig wird es hybride Arbeitsmodelle geben. Wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die sich aus der Ferne zuschalten, nicht Kollegen zweiter Klasse sind.

    Klingt schwierig.
    Wir haben einige Ideen. Und wir geben Hinweise, wie man Meetings organisieren kann. Mit einer Umfrage lässt sich zum Beispiel herausfinden, ob alle mit einer Entscheidung zufrieden sind, auch die Leute, die sich einwählen.

    Wir beobachten eine Frustration über Videokonferenzen. Sie auch?
    Eine Zeit gab es zu viele Videokonferenzen. Gegen die Frustration hilft eine Kombination aus synchroner und asynchroner Kommunikation.

    Das müssen Sie erklären.
    Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Unser Führungsteam steckt sich jedes Jahr neue Ziele – dafür setzen wir uns in einen Raum und diskutieren, diskutieren, diskutieren. Dieses Mal gab es erst ein kurzes Meeting mit einem Brainstorming, anschließend konnte jedes Teammitglied für sich Anmerkungen in das Dokument schreiben. Danach diskutierten wir nur noch die kontroversen Punkte. Das ging viel schneller als sonst.

    Microsoft will Teams zu einer Plattform machen, die über Kommunikation hinausgeht. Wie lautet Ihre Vision?
    Die Nutzer verbringen viel Zeit in Teams, um zu kommunizieren – daher ist es logisch, dass wir dort andere Anwendungen integrieren. Für die meisten Geschäftsprozesse braucht man schließlich sowohl die Software als auch die Menschen. Wenn zum Beispiel ein Sachbearbeiter im SAP-System Anträge genehmigt, will er wissen, warum die Mitarbeiter etwas machen wollen.

    Wie wollen Sie die Entwickler locken?
    Wir sorgen dafür, dass Teams auf allen Betriebssystemen und Geräten läuft. Ein Entwickler muss seine App nur einmal schreiben und kann sie dann überall laufen lassen. Deswegen schießt die Zahl der Programme, die die Unternehmen selbst entwickeln, in die Höhe.

    Das Wachstum von Teams sorgt für Argwohn: Slack hat eine Kartellklage gegen Microsoft eingereicht. Der Vorwurf: Es gibt eine unzulässige Bündelung von Produkten.
    Kunden schätzen es, dass Teams mit den Office-Anwendungen integriert ist und als Plattform für andere Apps offen ist – auch Google Docs funktioniert übrigens damit. Auf dem Markt gibt es die Einschätzung, dass Slack den Trend zu Videokonferenzen verpasst hat. Als die Coronakrise kam, zeigte sich, dass unsere Strategie richtig ist. Ich mache mir keine Sorgen.
    Herr Teper, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Cloud-Geschäft sorgt für Rekordgewinn bei Microsoft.

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