Quartalszahlen: Massiver Gewinnsprung für Meta – Zuckerberg geht in die Offensive
Der Facebook-Konzern übertrifft mit seinen Bilanzen die Erwartungen.
Foto: ReutersSan Francisco. Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte nach Kritik an seiner Unternehmensführung ein „Jahr der Effizienz“ ausgerufen und eine Entlassungswelle angestoßen. Nun konnte er einen Erfolg melden: Der Nettogewinn sprang binnen Jahresfrist um 164 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar.
„Das war ein gutes Quartal für unsere Nutzergemeinschaft und unser Geschäft“, sagte Zuckerberg am Mittwoch bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 34,1 Milliarden Dollar. Meta konnte damit sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen von Analysten deutlich übertreffen.
Nachbörslich legte die Meta-Aktie zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent zu. Seit Jahresanfang sind die Papiere des Facebook-Konzerns mehr als 140 Prozent im Plus. Im US-Aktienindex S&P 500 schnitt unter den Tech-Firmen nur der Chipkonzern Nvidia noch besser ab.
Der stärkste Umsatztreiber war das Werbegeschäft, sagte die Finanzchefin von Meta, Susan Li. Der zeitweilige Einbruch des Geschäfts wegen neuer Privatsphäreregeln von Apple aus dem Jahr 2021 scheint damit überwunden. Der iPhone-Konzern hatte die Möglichkeiten eingeschränkt, mit denen Unternehmen wie Meta personalisierte Werbung auf Apple-Geräten ausspielen konnten. Grund für das bessere Geschäft seien unter anderem bessere Werbetechnologien auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI), deutete Li an.
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KI steht für CEO Zuckerberg im Zentrum seiner Firmenstrategie. „KI wird unser wichtigster Investitionsbereich im Jahr 2024 sein“, sagte der Firmenchef. Er werde sowohl mehr Personal in dem Bereich einsetzen als auch mehr Geld für Rechenleistung ausgeben. „Ich will verhindern, dass wir neues Personal aufbauen. Wir werden also den Fokus von anderen Projekten innerhalb der Firma verschieben und die Belegschaft stattdessen an KI-Projekten arbeiten lassen“, kündigte Zuckerberg an.
Festhalten an Metaverse – Verluste werden noch „deutlich steigen“
An seinem Vorzeigeprojekt Metaversum will der CEO jedoch festhalten. Zuckerberg hatte den Aufbau virtueller Welten zum zentralen Firmenzweck erhoben und dafür auch den Konzern von Facebook in Meta umbenannt. Anfang des Monats hatte Meta zudem eine neue Version seiner VR-Brille vorgestellt. „Die Quest 3 ist die beste Digitalbrille, die wir jemals produziert haben“, sagte Zuckerberg.
Die für die Brille und das Metaversum zuständige Geschäftseinheit Reality Labs verursachte jedoch einen Rekordverlust von 3,74 Milliarden Dollar. Seit Anfang vergangenen Jahres summierten sich die Verluste damit auf rund 25 Milliarden Dollar. Die Verluste werden künftig auch nicht sinken, sondern weiter „deutlich steigen“, kündigte Meta an.
Der Meta-Chef will die Investitionen in Metaversum weiter ausbauen.
Foto: APDer Personalabbau - seit dem vergangenen Jahr sind in mehreren Wellen Tausende Mitarbeiter entlassen worden - sei weitgehend abgeschlossen, sagte Finanzchefin Li. Für Ende September wies das Unternehmen eine Gesamtbelegschaft von rund 66.000 Beschäftigten aus. Binnen Jahresfrist ist das ein Rückgang um 24 Prozent. Die Gesamtkosten und Ausgaben sanken im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar.
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Mark Zuckerberg sei dabei, seine Effizienzinitiative deutlich auszuweiten, lobte Analyst Mark Mahaney von der Investmentbank Evercore ISI. „Aus dem Jahr der Effizienz könnten Jahre der Effizienz werden“, vermutete Mahaney.
Finanzchefin Li gab zudem höhere Wachstumsziele für das laufende Quartal aus. Sie ging von einem Umsatz zwischen 36,5 Milliarden bis 40 Milliarden Dollar aus. Vom Finanzdienst LSEG befragte Analysten hatten im Schnitt einen Quartalsumsatz von 38,85 Milliarden Dollar erwartet. Das Wachstumsziel von Meta entspricht im Durchschnitt einem Umsatzanstieg um 19 Prozent.
Meta sei in der Lage, die gewaltige Nutzerschaft noch enger an sich zu binden, stellte Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies heraus. „Das Engagement innerhalb der gesamten App-Familie ist sehr beeindruckend.“ 3,96 Milliarden Menschen nutzen eine Plattform des Meta-Konzerns wie Facebook oder Instagram mindestens einmal im Monat, 3,14 Milliarden Menschen sogar mindestens einmal pro Tag.“ Bei Facebooks eigener Twitter-Alternative Threads stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf 100 Millionen.
Kein anderes soziales Netzwerk erreicht eine so große, globale Nutzerschaft – und das, obwohl Peking dem Facebook-Konzern den Zugang zu 1,4 Milliarden Chinesinnen und Chinesen verwehrt.