Spionageaffäre: Wie Sie Videokonferenzen und WLAN schützen können
Düsseldorf. Wer hört in der Videokonferenz noch mit? Der Spionagefall bei der Bundeswehr macht einer breiten Öffentlichkeit das Risiko der digitalen Kommunikation bewusst: Wenn nicht alle Teilnehmer in einem Raum zusammensitzen, sondern über PCs und Smartphones zugeschaltet sind, kann sich leichter jemand in die Runde schleichen.
Der Fall ist nicht nur für die Politik relevant: Die Bundeswehroffiziere setzten mit Webex von Cisco ein Kommunikationssystem ein, das auch in der Wirtschaft zum Einsatz kommt – und damit in Produktentwicklungsmeetings, Vorstandssitzungen oder Übernahmeverhandlungen. Bei Konkurrenzprodukten wie Microsoft Teams und Zoom sind die Risiken ähnlich gelagert.
Zahlreiche Unternehmen dürften daher ihre digitalen Kommunikationskanäle überprüfen – und noch mehr Mitarbeiter werden sich fragen, ob sie auf einer Dienstreise beispielsweise über ein Hotel-WLAN an einer vertraulichen Sitzung teilnehmen dürfen. Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.
Wo droht Unternehmen Gefahr?
Hacker und Spione, ob staatlich oder privat, haben verschiedene Möglichkeiten, digitale Kommunikation aus der Ferne auszuhorchen:
- Sie wählen sich heimlich in die Videokonferenz ein – zum Beispiel, weil sie die Zugangsdaten erlangen konnten, etwa von einem leichtsinnigen Teilnehmer.
- Sie überwachen die Netzwerke, über die die Kommunikation läuft – das kann ein ungesichertes Hotel-WLAN sein.
- Sie kompromittieren das Gerät eines Teilnehmers mit schädlicher Software wie einem Trojaner, der ihnen den Vollzugriff aufs System erlaubt, inklusive des Mittschnitts von Videokonferenzen.
Die Spionage aus der Ferne ist einfach, gefahrlos und daher bei Geheimdiensten wie Industriespionen beliebt. Die Gefahr dürfte in den kommenden Jahren weiter wachsen.