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Übernahmeplan Salesforce-Chef Marc Benioff müsste für eine Slack-Übernahme viel Geld auf den Tisch legen

Der Cloud-Spezialist ist offenbar an Slack interessiert. Es könnte sich ein neues Geschäftsfeld eröffnen – die Übernahme wäre allerdings sehr teuer.
26.11.2020 - 17:14 Uhr Kommentieren
Der Unternehmer plant erneut eine große Übernahme. Quelle: Bloomberg
Salesforce-Chef Marc Benioff

Der Unternehmer plant erneut eine große Übernahme.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Für die Aktionäre von Slack ist dieses Jahr bislang enttäuschend verlaufen. Unternehmen wie Microsoft und Zoom, die die Arbeit und das Leben während der Corona-Pandemie erleichtern, haben an der Börse neue Höchstbewertungen erreicht – der Anbieter von Kommunikationssoftware dagegen verzeichnet nur bedingt eine Sonderkonjunktur. Die Konkurrenz durch Microsoft Teams erschwert das Geschäft, was sich auch am Kurs zeigt.

Am Mittwoch machte die Aktie aber einen Sprung von rund 37 Prozent: Der Cloud-Spezialist Salesforce hat offenbar ein Übernahmeangebot für Slack abgegeben, wie das „Wall Street Journal“ zuerst berichtete und anschließend mehrere Medien bestätigten. Bereits innerhalb der nächsten Tage könne es zu einem Abschluss der Transaktion kommen, wobei ein Scheitern immer noch möglich sei, hieß es weiter.

Es ist ein Angebot, das überrascht. Einerseits, weil sich angesichts eines Übernahmepreises von mutmaßlich deutlich mehr als 20 Milliarden Dollar eine der größten Übernahmen der IT-Branche abzeichnet. Andererseits, weil Salesforce in einem anderen Geschäft tätig ist als Slack und sich die strategischen Überlegungen nicht unmittelbar erklären – auch wenn Analysten durchaus Vorteile erkennen können.

Salesforce ist Marktführer bei Software, mit der Unternehmen ihre Kundenbeziehungen pflegen – von der Akquise bis zum Service, was die Branche als CRM abkürzt. Das Geschäft boomt, das Management hat im August die Ziele fürs laufende Jahr angehoben.

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    Durch die Corona-Pandemie hat die digitale Kommunikation an Bedeutung gewonnen – die meisten Vertriebler sitzen nun im Homeoffice oder am Küchentisch. Der Konzern aus San Francisco hat deswegen Lösungen wie „Anywhere“ und „Meetings“ eingeführt, die den internen Austausch erleichtern sollen.

    Slack könnte es ermöglichen, eine Vertriebsabteilung direkt mit Kunden zu vernetzen: Die Funktion „Connect“ erlaubt seit dem Sommer die Kommunikation über Unternehmensgrenzen hinweg, etwa bei Projekten. Als ein Szenario nannte Vorstandschef Stewart Butterfield gegenüber dem Fachportal „Diginomica“ einen komplexen Verkaufsprozess, an dem Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen beteiligt sind: Bei einem Austausch über Slack, so sein Argument, könne das Management besser den Überblick behalten.

    Das allein dürfte kaum eine so teure Übernahme rechtfertigen. Selbst dann, wenn Salesforce diese überwiegend mit eigenen Aktien bezahlen würde, die nahe dem Allzeithoch notieren. Der SAP-Rivale könnte indes ein neues Geschäftsfeld erschließen: Die digitale Kollaboration ist schließlich für alle Unternehmensbereiche wichtig. Nach Einschätzung des Marktforschers Gartner wächst der Umsatz bis 2023 auf 4,8 Milliarden Dollar.

    Zukauf für die Kundenbindung

    Mit dem Deal könnte Salesforce-Chef Marc Benioff in einer Zeit, in der die Ausgaben fürs Cloud-Computing steigen, die Produktpalette vergrößern, sagte Analyst Dan Ives von Wedbush Securities dem TV-Sender CNBC. Für den Manager wäre das keine ungewöhnliche Strategie: Schon mehrfach hat er in der Vergangenheit mit Übernahmen den Umsatz vergrößert, etwa im vergangenen Jahr mit dem Kauf des Visualisierungsspezialisten Tableau.

    Zudem könnte Slack Salesforce dabei helfen, die Kundenbindung zu steigern, meint Holger Müller, Analyst bei Constellation Research. Kollaboration sei nicht nur für CRM wichtig, sondern auch für andere Produkte, beispielsweise die Plattform Work.com, mit der Salesforce Unternehmen beim Umgang mit der Corona-Pandemie helfen will. Das Kalkül: Je mehr Produkte ein Kunde nutzt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er zur Konkurrenz wechselt.

    Für Slack wiederum könnte Salesforce der Partner sein, den es im Wettbewerb mit Microsoft braucht. Das Unternehmen hat zwar in den vergangenen Monaten viele neue Nutzer gewonnen, allerdings deutlich weniger als der mächtige Konkurrent. Im Juni zog es deswegen unter Verweis auf die wirtschaftliche Unsicherheit die Prognose für die Billings zurück, an denen sich Neuverträge und Vertragsverlängerungen über die Software-Abos ablesen lassen.

    Aktionäre reagierten daher skeptisch

    Einen Vergleich mit Teams und Zoom hält Slack-Chef Stewart Butterfield für falsch. Es gehe nicht darum, Meetings einfach per Video abzuhalten, sondern Kommunikation anders zu organisieren. Das „geht einher mit großen Veränderungen in den Prozessen und auch in der Kultur“, sagte der Gründer im Oktober dem Handelsblatt. Konkurrent Microsoft tue jedoch alles, damit Kunden Slack erst gar nicht ausprobieren, klagt er. Sein Unternehmen hat deswegen bei der EU-Kommission eine Beschwerde eingereicht.

    Salesforce könnte Slack mit den guten Kontakten in die Konzerne helfen, die IT-Abteilungen zu überzeugen – und so das Geschäft zu stärken, auf Kosten von Microsoft. Das zeigt: Sollte die Übernahme zustande kommen, dürfte sich die Konkurrenz zwischen den Konzernen weiter verschärfen.

    Der Cloud-Spezialist müsste allerdings einen hohen Preis zahlen. Die Aktionäre reagierten daher skeptisch, der Kurs der Salesforce-Aktie sank am Mittwoch um mehr als fünf Prozent. Es handle sich um „das falsche Ziel, zur falschen Zeit“, meinte der Analyst Kirk Materna von Evercore ISI in einem Schreiben an Kunden. Es gebe zwar einige strategische Gründe für die Kombination, aus Sicht der meisten Investoren handle es sich aber um den Zukauf von Umsatz, schrieb er.

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