Apple Intelligence: Neue KI-Funktionen von Apple kommen frühestens 2025 in der EU auf den Markt
Los Angeles. Millionen Apple-Kunden in der Europäischen Union (EU) müssen abermals auf neue Funktionen warten. So gab der Konzern am Freitagabend bekannt, die Markteinführung von mehreren auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Innovationen zu verzögern. Sie sollen in der EU erst 2025 verfügbar sein, sagte ein Sprecher.
Betroffen ist unter anderem das gesamte unter dem Titel „Apple Intelligence“ präsentierte KI-Paket. Erst vor zwei Wochen hatte es Konzernchef Tim Cook bei der Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt. So soll etwa der Assistent Siri erweiterte Fähigkeiten bekommen. Künftig soll er auch den persönlichen Kontext einer Frage oder eines Befehls verstehen können. Andere neue Funktionen wie das sogenannte iPhone-Mirroring, mit dem sich das Smartphone von anderen Geräten aus fernsteuern lässt, werden ebenfalls verzögert.
Eine Rüge der EU-Kommission?
Als Begründung verwies Apple auf den Digital Markets Act (DMA), der digitale Dienste in Europa strenger reguliert als zuvor: „Wir glauben deshalb nicht, dass wir in der Lage sein werden, die neuen Funktionen in diesem Jahr an Nutzer in der EU auszurollen.“
Apple gibt an, sich um die Datensicherheit und Privatsphäre seiner Nutzer zu sorgen, da es seine Produkte im Rahmen des DMA auch für Konkurrenzsysteme öffnen müsse. Derzeit arbeite man gemeinsam mit der EU-Kommission an einer Lösung, hieß es.
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Von der Verzögerung werden indes nur solche Kunden betroffen sein, die Apple Intelligence auf Englisch nutzen wollen. Die neuen KI-Funktionen in anderen Sprachen wie Deutsch waren ohnehin erst für 2025 angekündigt worden.
Der DMA bedroht gleich mehrere Teile von Apples Geschäftsmodell. So wird erwartet, dass der Konzern eine Rüge der EU-Kommission erhält, weil er Nutzern Konkurrenzangebote indirekt vorenthält. Anfang des Jahres hatte die Kommission wegen kartellrechtswidriger App-Store-Vorschriften für Musikstreaming-Anbieter gegen Apple bereits eine Geldbuße in Höhe von über 1,8 Milliarden Euro verhängt.