Akquisition: Bayer will KI-Spezialist für Radiologie werden
Das Radiologie-Portfolio von Bayer setzt sich aus Kontrastmitteln für Computertomografie, Röntgen, MRT, Injektion und Software zusammen.
Foto: imago images/PanthermediaDüsseldorf. Der Pharmakonzern Bayer baut sein Radiologie-Geschäft aus und übernimmt Blackford Analysis, dessen Zentrale in den USA liegt. Blackford hat eine Plattform aufgebaut, die mehr als 80 Apps von mehr als 30 Unternehmen für Radiologen listet. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) soll so der Arbeitsalltag von Fachärzten erleichtert werden.
Plan der Leverkusener: die Blackford-Plattform in ein bereits bestehendes System zu integrieren. Denn im Sommer des vergangenen Jahres startete Bayer in verschiedenen Ländern mit der Plattform Calantic, die für die Blackford-Applikation künftig als neuer Rahmen dienen soll.
Gerd Krüger leitet die Radiologie bei Bayer und wird das junge Unternehmen im Direktorium betreuen. „Wir werden uns nicht in das operative Geschäft von Blackford einmischen”, sagte er. Den Kaufpreis möchte Bayer nicht bekannt geben, zuvor habe man schon kooperiert. Aktuell beschäftigt Blackford 85 Mitarbeiter und wird in den USA von spezialisierten Klinikgruppen wie Premier Radiology und Wake Radiology eingesetzt.
Als weiteren Vorteil nennt Krüger den Draht in das B2B-Geschäft: „Blackford kooperiert bereits mit Anbietern von PACS-Systemen und ist technologisch deswegen schon in diesem Feld etabliert.“
Bis die App-Sammlung von Blackford in der breiten klinischen Anwendung landet, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Krüger betont, dass auch Calantic in einer frühen Phase steckt, der Konzern aber eine zügige Ausweitung plane, etwa in den asiatisch-pazifischen Raum.