Elektronische Patientenakte: ePA-Start: Umstrittenes Anmelde-Verfahren stellt Kassen vor Dilemma
Nur ausgewählte Ärzte werden zum Start der ePA angeschlossen.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Wegen der Corona-Pandemie sind die Geschäftsstellen allerdings derzeit geschlossen, nur mit Termin wird man empfangen. Der muss per Telefon vereinbart werden. Beim Selbstversuch rät die Mitarbeiterin der Geschäftsstelle erst einmal davon ab, sich eCare – wie die Barmer-ePA heißt – einzurichten. Bislang könne man damit kaum etwas anfangen.
Wer will, bekommt trotzdem einen Termin. Ein Blick auf Personalausweis oder Reisepass, ein flüchtiger Blick in das mit Mund-Nasen-Schutz hälftig verdeckte Gesicht – dann ist die Erst-Identifizierung abgeschlossen.
Glücklicherweise hat die Barmer fast 400 Geschäftsstellen in Deutschland. Andere Versicherte wurden bereits aufgefordert, für die Identifizierung quer durch die Republik zu reisen. Auch ist fraglich, wie sinnvoll es ist, während einer Pandemie theoretisch bis zu 73 Millionen gesetzlich Versicherte in die Geschäftsstellen der Krankenkassen zu schicken.
Versicherte von TK, AOK und einiger kleinerer Kassen wie der Debeka BKK und IKK Classic haben deshalb die Möglichkeit, sich digital zu identifizieren. Doch IT-Sicherheitsexperten und die zuständigen Behörden gehen nun auf die Barrikaden: Sie halten diese Verfahren für technisch unsicher und rechtlich unzulässig. Krankenkassen und ihre Versicherten bringt das in eine Zwickmühle: Auf die digitale Identifizierung verzichten und den Prozess damit umständlich machen oder darauf setzen und sich selbst damit womöglich in Schwierigkeiten bringen?