Gastbeitrag: Bisher 561 E-Rezepte in Deutschland eingelöst
Hannes Neumann ist Produktmanager für das E-Rezept bei der Gematik. Er betreut das digitale Rezept seit Anfang 2019.
Foto: gematikBerlin. 561 elektronische Rezepte (E-Rezepte) haben Patienten in Deutschland bis vergangenen Freitag eingelöst. Es werden täglich mehr. Über 100 Arztpraxen haben sich über ihre Praxissoftware-Hersteller zurzeit für die bundesweite Testphase angemeldet.
Die Gematik kennt diese Zahlen, da sie den Fachdienst betreibt. Wir sehen nicht, was in den E-Rezepten steht, wissen aber, wie viele ausgestellt und in Apotheken eingelöst wurden.
Software ist ausgereift, wenn Hersteller sie einführen
Die Softwareprodukte in Praxen und Apotheken sind ausgereift, wenn sie in der Fläche eingeführt werden. Es sollen dann kaum Fehler auftreten. Ärzte sollten sich darauf verlassen können. Sie sind keine Softwaretester.
Die Gesellschafter der Gematik haben ihr Ziel definiert: Sobald 30.000 E-Rezepte abgerechnet wurden, lässt sich sagen, dass das System fehlerfrei funktioniert. Realistisch ist, dass die 30.000 E-Rezepte im ersten Halbjahr dieses Jahr erreicht werden.
Tests sollten in Testumgebung stattfinden
Für die Vorbereitung der Einführung sollte es keine Softwaretests in der realen Praxis durch alle Ärzte bedürfen. Wenn ein IT-Hersteller sein System testen möchte, sollte er das zuvor in unserer Software-Testumgebung, der sogenannten Referenzumgebung machen. Wir begleiten solche Tests bei Testsessions (Konnekathons) alle zwei Wochen und empfehlen allen Herstellern, daran teilzunehmen.
Diese Tests sind aber reine Softwaretests. Ärzte sind nicht beteiligt, daher werden auch keine echten E-Rezepte ausgestellt. Die Hersteller können für die Ausstellung von fiktiven E-Rezepten bei der Gematik Testkarten bestellen – Heilberufsausweise, Gesundheitskarten und Institutionsausweise. Sie benötigen zudem Testzugänge zu der Referenzumgebung.
Es wird gesagt, dass diese Testumgebung nicht wie die reale Umgebung sei, auf die die Arztpraxen zugreifen. Das kann ich nicht bestätigen. Die Referenzumgebung ist im Grunde genommen nahezu genauso aufgesetzt wie die Umgebung, auf die auch Arztpraxen zugreifen. Wir machen das, damit der Übergang ziemlich nahtlos ist.
E-Rezepte schon jetzt in realer Versorgung
Wir sprechen derzeit von einer bundesweiten Testphase für Ärzte und Apotheken. In dieser Phase können aber bereits reale E-Rezepte für Patienten erstellt werden. Bevor Hersteller die Software in den Praxen einsetzen, muss sie auf ihre Qualität getestet werden.
Hannes Neumann ist Produktmanager für das E-Rezept bei der Gematik. Er betreut das digitale Rezept seit Anfang 2019.