Krankenkassen: Hohe Hürden für Apps zur Vorsorge
Apps können zu einem gesunden Lebensstil animieren.
Foto: IMAGO / photothekBerlin. Stress verringern, den Rücken stärken, gesünder essen – Krankenkassen fördern Kurse, die gesundes Verhalten vermitteln. Die Angebote finden in Räumen mit Trainern oder online statt.
Versicherte können für die Vorsorge auch Apps nutzen.
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat dafür im Juli neue Regeln eingeführt. App-Anbieter sollen mehr Freiheit bei den Programmen erhalten. Das regelt Kapitel 7 des GKV-Leitfadens Prävention. Der Haken: Die Anbieter bewerben sich kaum um die Zertifizierung, die sie für die Kostenerstattung benötigen.
Kein Antragsteller wurde zugelassen
„Nur drei App-Anbieter reichten bisher einen Antrag ein“, erklärt der Verband der Ersatzkassen (vdek), dem die Zahlen vorliegen. „Keiner der Antragsteller konnte bei der Prüfung belegen, dass alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden“, heißt es weiter.
Versicherte belegen bereits jetzt wenige Präventionskurse. Die gesetzliche Krankenversicherung hat in 2020 dafür rund ein Drittel weniger ausgegeben als im Jahr zuvor. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Gernot Kiefer, erklärt den Rückgang damit, dass das gesellschaftliche Leben eingeschränkt war.