Medizintechnik: Dieser Gründer macht Herzpatienten jetzt Hoffnung
Düsseldorf. Für das St.-Vincent’s-Krankenhaus in Sydney ist es eine technische Sensation: Mehr als 100 Tage lang hat ein künstliches Herz aus Titan das Blut durch den Körper eines Australiers gepumpt. Der Mittvierziger ist damit der erste Mensch, der so lange mit einem solchen Kunstorgan des Start-ups Bivacor überlebt hat – und dabei sogar seinen Alltag fortführen konnte.
„Dieses bahnbrechende Verfahren, das Ende letzten Jahres durchgeführt wurde, leitet eine neue Ära der Herztransplantation ein“, heißt es vom St.-Vincent’s-Krankenhaus, dessen Ärzte das Kunstherz implantiert haben.
Der Erfolg macht betroffenen Patienten nun Hoffnung. Denn Herzschwäche führt besonders häufig zum Tod. Weltweit sind 64 Millionen Menschen davon betroffen, allein in Deutschland sind es 2,5 Millionen. Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche benötigen meist irgendwann ein Spenderorgan.
Wie groß ist das Potenzial?
Doch bislang übersteigt der Bedarf das Angebot deutlich: In Deutschland standen 2024 insgesamt 656 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderherz. Transplantiert wurden aber nur 317 Herzen. Deshalb entwickeln Wissenschaftler und Unternehmen inzwischen künstliche Herzen, die Patienten im besten Fall genauso lange am Leben halten wie echte Spenderherzen.