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Cyberkriminalität Mutmaßlicher Hackerangriff: IT-Ausfall an Uniklinik Düsseldorf betrifft immer mehr Patienten

Der IT-Ausfall an der Uniklinik Düsseldorf hat gravierende Folgen. Für immer mehr Patienten fallen Termine aus, die oft im Voraus vergeben wurden.
15.09.2020 - 18:12 Uhr Kommentieren
Nach dem umfangreichen IT-Ausfall an der Uniklinik dauern die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hackerangriff an. Quelle: dpa
Universitätsklinikum Düsseldorf

Nach dem umfangreichen IT-Ausfall an der Uniklinik dauern die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hackerangriff an.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Mit dem anhaltenden Ausfall des IT-Systems am Düsseldorfer Uniklinikum nach einem mutmaßlichen Hackerangriff wächst die Zahl der betroffenen Patienten von Tag zu Tag. Statt normalerweise etwa 1000 Patienten in einer stationären Behandlung seien es durch die üblichen Entlassungen inzwischen nur noch etwa 550, sagte ein Kliniksprecher am Dienstag der dpa.

Die Zahl der Operationen am Uniklinikum Düsseldorf sei von normalerweise zwischen 70 und 120 pro Tag deutlich auf nur noch 10 bis maximal 15 gesunken. Der Sprecher appellierte, dass Patienten außerhalb des Klinikums zunächst einmal Kontakt aufnehmen und ihren Termin klären sollen.

Die einzelnen Geräte wie zum Beispiel das Röntgen funktionierten, es könnten allerdings keine Daten oder Untersuchungsergebnisse in das IT-Netz eingespeist und bearbeitet werden. „Ein Normalbetrieb ist weiterhin nicht möglich“, schilderte der Sprecher. Nach dem seit Donnerstag aufgetretenen IT-Ausfall sei inzwischen ein kleines Computersystem ohne weitreichende Vernetzung aufgebaut worden, mit dem zumindest Patientendaten erfasst werden könnten. „Das ist ein Schritt besser, als mit dem Stift auf einem Zettel zu arbeiten.“ In erster Linie gehe es um die Patienten, der IT-Ausfall habe mit den vielen Absagen aber auch wirtschaftliche Folgen für die Uniklinik.

Das IT-System des Universitätsklinikums war am Donnerstag gegen 3.00 Uhr nachts ausgefallen. Bereits seit Tagen steuern Rettungswagen die große Einrichtung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nicht mehr an, sondern fahren zu anderen Krankenhäusern. Am Universitätsklinikum Düsseldorf werden nach früheren Angaben jährlich über 50.000 Patienten stationär versorgt und etwa 300.000 Patienten im Jahr ambulant behandelt. Gemessen an der Bettenzahl ist es das siebtgrößte Klinikum in NRW.

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    Unterdessen gehen die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hackerangriff unter Beteiligung von Experten weiter. „Wir haben den Tatverdacht der Computersabotage“, bekräftigte Staatsanwalt Christoph Hebbecker von der Zentralstelle für Cybercrime in Köln. Das Ermittlungsverfahren werde gegen unbekannt geführt. Details will die Zentralstelle des Landes NRW aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht nennen.

    Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist in den Fall des Uniklinikums Düsseldorf (UKD) eingebunden, das mit seiner Größe zur sogenannten kritischen Infrastruktur zählt. „Das BSI wurde zeitnah vom UKD informiert“, sagte eine BSI-Sprecherin.

    Mehr: Wie sich Cyberkriminelle den Trend zum Homeoffice zunutze machen

    • dpa
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