Terrorismus

Terrorismus ist eine Form des politischen Extremismus. Mittels systematischer Anwendung von Gewalt auf insbesondere Repräsentanten des „Systems“ soll die „herrschende Schicht“ bzw. eine Gruppe verunsichert und die „unterdrückte Klasse“ mobilisiert werden. Obwohl Rechts- und Linksterrorismus sowie fundamentalistischer Terrorismus unterschiedliche Ziele anstreben, ist der Terrorakt so zentral, dass die politische Vorgaben irrelevant sind. Der Terrorismus ist ein Ausdruck der politischen Isolation von Minderheiten, die glauben, sie handeln im Interesse vieler. Die Grenzen zu anderen politischen Gewalttaten, die nicht auf den Sturz des „Systems“ zielen sind fließend.
Als Beispiel für den Linksextremismus in Deutschland gilt das Wirken der Roten Armee Fraktion in den 1970er-Jahren, einer linksextremistischen Terrorzelle, die durch Geiselnahmen und Raubüberfälle ihre politischen Forderungen durchsetzen wollte.
Der islamistische Terror stellt seit einigen Jahren eine neue Herausforderung dar. Im Zuge der Ausbreitung des gewalttätigen Dschihadismus ist eine interdisziplinäre Forschung entstanden, die den Ursachen für Radikalisierung hin zum Terrorismus nachspürt. Meistens ist ein Zusammenspiel sozialer, politischer und persönlicher Faktoren für den Prozess der Radikalisierung verantwortlich. Da sich die Lebensläufe von Terroristen unterscheiden, ist die Gewichtung der Faktoren je nach Fall unterschiedlich. Fast jeder Form des Terrorismus geht Extremismus voraus.
Der Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 durch die islamistische Al-Qaida änderte auch die Sicherheitslage in Deutschland. Ungeachtet dessen erfolgte am 19. Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz ein Anschlag. Der Gewalttäter Anis Amri mordete wohl im Auftrag der Terrormiliz des Islamischen Staates. Er raste mit einem Sattelzug in den belebten Weihnachtsmarkt. Amri wurde wenige Tage später durch einen Polizisten erschossen.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
