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RyanairFlugpreise im Sommer steigen weniger stark als erwartet

Europas größter Billigflieger übertrifft mit seinem Jahresergebnis die Erwartungen. Doch Ryanair leidet immer noch unter den Lieferschwierigkeiten von Boeing.Torsten Riecke, Christoph Schlautmann 21.05.2024 - 09:38 Uhr
Europas größter Billigflieger rechnet nur noch mit moderaten Preissteigerungen im Sommer. Foto: REUTERS

London, Düsseldorf. Die irische Fluggesellschaft Ryanair rechnet für den Sommer mit stagnierenden oder nur noch moderat steigenden Flugpreisen. Konzernchef Michael O’Leary hatte vor Kurzem noch gewarnt, dass die Flugpreise im Sommer wahrscheinlich niedriger ausfallen würden. Im April hatte er hingegen noch von einem Plus von bis zu zehn Prozent gesprochen.

„Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das nur an der Verbraucherstimmung oder an der rezessiven Lage in Europa liegt“, sagte O’Leary am Montag bei der Bilanzvorlage in Dublin, „aber wir sehen immer noch eine starke Nachfrage während der Hauptreisezeit im Juli und August.“ Der Ausblick für den Sommer bleibe „positiv“, doch die Preise entwickelten sich „schwächer“ als erwartet. Die bisherigen Buchungen machten eine zuverlässige Prognose schwierig. Entscheidend sei die Zahl der „Last-Minute“-Buchungen.

In Deutschland allerdings bleiben die Wachstumsimpulse denkbar gering. Bedingt durch die hohen Preissteigerungen und den damit verbundenen Nachfragerückgang kommt das Fluggeschäft zwischen Deutschland und dem europäischen Ausland – und damit das klassische Betätigungsfeld von Ryanair – kaum in Schwung. Hier wuchs das Angebot zwischen Winter- und Sommerflugplan zuletzt zwar um sechs Prozent. Der Vor-Corona-Wert wird aber immer noch um zehn Prozent unterschritten.

Noch trüber sieht es mit den Flügen innerhalb Deutschlands aus – ein Geschäftsfeld, aus dem sich Ryanair vorerst verabschiedet hat. Das Sitzplatzangebot auf Inlandsflügen sank im seit April geltenden Sommerflugplan 2024 sogar um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erreicht es derzeit gerade einmal 51 Prozent des Vor-Corona-Niveaus im Jahr 2019.

Gerade Billigflieger wie Ryanair machen aktuell um Deutschland einen großen Bogen. „Hier macht sich bemerkbar, dass Fluggesellschaften ihre Flotten im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr aufgrund der hohen staatlichen Standortkosten in Deutschland vorrangig in Ländern mit einem niedrigeren Kostenniveau einsetzen“, berichtet der BDL.

Dennoch soll die Zahl der Passagiere im laufenden Finanzjahr 2025 bei Ryanair auf bis zu 200 Millionen steigen, wobei Lieferschwierigkeiten des US-Flugzeugbauers Boeing ein dickes Fragezeichen hinter den Ausblick machen. Ryanair rechnet damit, dass bis Ende Juli 23 Boeing-Jets weniger geliefert werden als ursprünglich vereinbart. „Es besteht weiterhin die Gefahr, dass die Auslieferungen von Boeing erneut zurückgehen könnten“, schreibt das Unternehmen mit Blick auf die bestellten Jets vom Typ 737 Max. Boeing steht nach Produktionsspannen unter verstärkter Beobachtung der US-Aufsichtsbehörden.

O’Leary sagte, Ryanair werde von Boeing eine „bescheidene“ Entschädigung für die Verspätungen erhalten, aber der vertrauliche Betrag spiegele nicht die Höhe der Verluste wider, die dadurch entstanden seien, dass Ryanair kürzlich seine Wachstumsprognose habe senken müssen.

Europas größter Billigflieger hat im vergangenen Geschäftsjahr 2023/24 (30. März) seinen Gewinn nach Steuern um 34 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis liegt leicht über den Erwartungen der zuvor befragten Analysten. Der Umsatz verbesserte sich um etwa ein Viertel auf 13,44 Milliarden Euro.

Höhere Ausschüttung durch Aktienrückkäufe

Ryanair kündigte Aktienrückkäufe in Höhe von 700 Millionen Euro an. Auf eine Gewinnprognose für das laufende Jahr verzichtete die Fluggesellschaft angesichts der unsicheren Aussichten für das Sommergeschäft.

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Insgesamt flogen im abgelaufenen Geschäftsjahr knapp 184 Millionen Passagiere mit Ryanair, wodurch die Auslastung sich leicht um einen Prozentpunkt auf 94 Prozent verbesserte. Damit verbuchte Ryanair im vergangenen Jahr rund ein Viertel mehr Fluggäste als vor Ausbruch der Pandemie 2020. Das Unternehmen gab am Montag ebenfalls bekannt, dass die frühere britische Ministerin Amber Rudd im Juli in den Verwaltungsrat berufen werde.

Erstpublikation: 20.05.2024, 08:47 Uhr.

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