Energietechnik: Gewinnprognose kassiert: Siemens Energy bekommt Windkraft-Probleme nicht in den Griff
Die Tochter von Siemens Energy kämpft seit Jahren mit Problemen.
Foto: ReutersMünchen, Düsseldorf. Das neue EU-Klimapaket „Fit for 55“ verspricht dem Dax-Konzern Siemens Energy eigentlich gute Perspektiven. Erneuerbare Energien und neue Stromleitungen werden in den kommenden Jahren gefragt sein, wenn die verschärften CO2-Ziele erreicht werden sollen.
Doch am Tag nach Verkündung des Pakets brach der Aktienkurs von Siemens Energy am Donnerstag zwischenzeitlich um elf Prozent auf 23 Euro ein. Die Gründe sind hausgemacht: Die Siemens-Abspaltung muss wegen neuer Probleme bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa Renewable Energy die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr senken. Laut Branchenkreisen wächst in München die Verärgerung über die Tochter.
Siemens Gamesa hatte mitgeteilt, dass im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. September endet, mit operativen Verlusten gerechnet werden müsse. Vor Integrations- und Restrukturierungskosten werde nun eine operative Umsatzrendite von null bis minus ein Prozent erwartet. Auf unrentable Projekte wie in Brasilien schreibt Siemens Gamesa 229 Millionen Euro ab.
Auch steigt der Umsatz von Siemens Gamesa nicht so stark wie erhofft. Für das gerade beendete dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro und einem operativen Verlust von 150 Millionen Euro.