Rechenzentren: Berliner Quartier heizt mit Abwärme von Servern
Berlin. Rechenzentren sind als Energiefresser bekannt. Der Stromhunger der Computer und Server, die zentral für viele Anwendungen Künstlicher Intelligenz sind, wächst. Im Jahr 2024 brauchten Rechenzentren laut dem Digitalverband Bitkom rund 20 Milliarden Kilowattstunden Strom – fast doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Doch Rechenzentren verbrauchen nicht nur viel Energie, sie können auch welche liefern. Denn Computer und Server produzieren Wärme, die bislang selten umfassend genutzt wird.
Im Berliner Bezirk Spandau soll sich das ändern. Dort entsteht das Quartier „Das Neue Gartenfeld“. Das Neubaugebiet mit 4500 Wohnungen, 200 Gewerbeeinheiten sowie Kitas und Schulen soll künftig mit der Abwärme von zwei bestehenden Rechenzentren beheizt werden. Die Energiedienstleister Engie Deutschland und Gasag Solution Plus haben das Wärmekonzept entwickelt, das pro Jahr gegenüber fossilen Energieträgern rund 6000 Tonnen CO2 einsparen soll.
Ursprünglich war geplant, das Areal über eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit Heizenergie zu versorgen. Doch angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der damit einhergehenden Gasknappheit überarbeiteten die Planer das Wärmekonzept. Das Quartier sollte unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Lösungen wie Geothermie schieden laut dem Energiedienstleister Engie aus – das Gelände befindet sich in einem Wasserschutzgebiet, das die dafür erforderlichen Bohrungen ausschließt.