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Energie

Energiewirtschaft Boomende Börsenkurse: Die Windenergiebranche profitiert von der Krise

Am Dienstag startet die größte Windenergiekonferenz der Welt – in diesem Jahr natürlich nur digital. Trotz Rezession ist die Branche in guter Stimmung.
01.12.2020 - 09:45 Uhr 1 Kommentar
Nicht nur in Deutschland, auch auf europäischer Ebene sollen mehr Windräder gebaut werden – vor allem auf See.  Quelle: dpa
Windpark in der Ostsee

Nicht nur in Deutschland, auch auf europäischer Ebene sollen mehr Windräder gebaut werden – vor allem auf See. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bei der Konferenz der Windenergiebranche dürfte die Stimmung gut sein. Während andere Industrien Krisengipfel abhalten, startet der weltweit größte Branchentreff Wind Energy an diesem Dienstag unter guten Voraussetzungen – natürlich rein digital.

Die Börsenkurse von Konzernen aus der Reihe der fossilen Energie rasten mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in den Keller. Bei vielen „Erneuerbaren“-Konzernen lässt sich genau das Gegenteil beobachten. Besonders die Aktien von Wind- und Solarpark-Projektierern, -Betreibern und -Herstellern kennen nur noch eine Richtung: nach oben.

So hat sich der Kurs des norddeutschen Betreibers Encavis seit Mitte März fast verdreifacht und kletterte von 7,14 Euro je Aktie auf fast 18 Euro das Stück. Projektplaner wie PNE aus Cuxhaven konnten ihren Wert im selben Zeitraum mehr als verdoppeln. Und auch bei Turbinenherstellern wie Vestas gehen die Kurse steil nach oben: Nach einem kurzen Corona-Tief Mitte März konnte die Aktie des Weltmarktführers um satte 135 Prozent zulegen.  

„Windenergie hat bewiesen, dass sie technisch funktioniert – seitdem kommen auch die großen Investoren. Das allgemeine Zinsniveau ist schlecht, der Aktienmarkt hat eine hohe Volatilität, und in Investitionen in Windenergie hat man einfach eine relativ sichere Anlage“, beobachtet auch Experte Dirk Briese von der Marktforschungsagentur Trendresearch. Es werde gerade viel Geld in Erneuerbare investiert. 

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    Investoren, Regierungen und Institutionen suchen besonders bei der aktuellen Wirtschaftslage nach neuen sichereren Anlagemöglichkeiten. Einige haben dabei die alternativen Energien für sich entdeckt. Die Windindustrie profitiert besonders davon. 

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    So soll sich der Windstrom vor Europas Küsten schon in den nächsten zehn Jahren sogar verfünffachen. Dafür schlägt die EU-Kommission vor, die Kapazität von heute zwölf auf 60 Gigawatt bis 2030 auszubauen, bis 2050 sogar auf 300 Gigawatt. Dafür sollen in den nächsten drei Jahrzehnten 800 Milliarden Euro in Windkraft und andere erneuerbare Energien auf See investiert werden.

    Aber auch namhafte Investoren pumpen derzeit immer mehr Kapital in Erneuerbare. Zuletzt sorgten die Samwer-Brüder für Wirbel, genauer gesagt Alexander Samwer. Mit seiner Holding und dem 100-prozentigen Tochterunternehmen Pelion Green Future Alpha sichert sich der 45-Jährige schon seit mehreren Monaten strategisch wichtige Anteile an gleich mehreren Erneuerbaren-Unternehmen.

    Hersteller wie Nordex und Siemens Gamesa hinken hinterher

    Zuletzt kamen Mitte September drei Prozent an dem Projektplaner Energiekontor dazu, einem Urgestein der grünen Branche. Auch an dem Wind- und Solarparkbetreiber Abo Invest hält Samwer mittlerweile über elf Prozent.

    „Auslöser ist der Paradigmenwechsel bei vielen Unternehmen, auf grüne Energien umzustellen. Deshalb hat gerade bei Betreibern und Projektierern diese Aufwertung stattgefunden“, erklärt Encavis-CEO Dierk Paskert im Gespräch mit dem Handelsblatt. 

    Während es für Projektierer und Betreiber schon jetzt deutlich nach oben geht, sieht es auf der Herstellerseite noch anders aus. Zwar sorgte der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden mit seinen angekündigten Klimazielen für die USA auch bei den Turbinenproduzenten für einen klaren Anstieg der Kurse. Aktien wie die des dänischen Weltmarktführers Vestas stiegen deutlich, genau wie die der deutschen Branchenvertreter Nordex oder Siemens Gamesa. 

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    Aber: „Sie laufen der Entwicklung bei den Projektierern natürlich zeitlich etwas hinterher. Trotzdem: Je mehr Projekte verkauft und neu entwickelt werden, desto besser wird es dann auch den Herstellern gehen“, erklärt Windexperte Briese.

    Noch schreiben viele Hersteller allerdings tiefrote Zahlen. Bei dem deutsch-spanischen Gespann Siemens Gamesa haben das nach wie vor schwierige Onshoregeschäft in Europa und die Folgen der Corona-Pandemie gleich für einen dreistelligen Millionenverlust gesorgt

    Konkret verbuchte die Siemens-Energy-Tochter für das Ende September 2020 abgelaufene Geschäftsjahr (Bilanzstichtag 30. September) 233 Millionen Euro Verlust vor Steuern und Zinsen (bereinigtes Ebit), nach 725 Millionen Euro im Vorjahr. Unterm Strich verbuchte der Windradhersteller satte 918 Millionen Euro Nettoverlust – nach einem Plus von 140 Millionen Euro im Vorjahr. 

    Zwar gelingt es dem Hamburger Hersteller Nordex im dritten Quartal aufgrund eines Megadeals mit RWE, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Blickt man auf die Gesamtbilanz der ersten neun Monate, steht allerdings auch hier ein dickes Minus von netto 106 Millionen Euro. 

    Weltweit steigende Nachfrage nach Windrädern

    Einzig Weltmarktführer Vestas schafft den Sprung in die Gewinnzone. Im dritten Quartal 2020 kamen die Dänen auf einen Umsatz von 4,77 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg von 31 Prozent. Das operative Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen beläuft sich damit auf 412 Millionen Euro (429 Millionen Euro 2019). In den ersten sechs Monaten hatte Corona auch beim sonst so margenstarken Branchenprimus für rote Zahlen gesorgt.  

    Was die drei europäischen Granden allerdings gemeinsam haben, ist ein prall gefülltes Auftragsbuch. Die weltweit steigende Nachfrage, höhere Ausbauziele und sinkende Preise bescheren den Herstellern in Zukunft einen stetig wachsenden Markt. Bis dahin müssen sie sich allerdings noch etwas gedulden. 

    „Die Konsolidierung der Branche, die wir seit Jahren erleben, schreitet weiter voran, der Preisdruck ist immer noch hoch – deswegen werden auch weiter Stellen abgebaut und teilweise Kapazitäten runtergefahren, um diese Zeit zu überbrücken. Das kann den einen oder anderen auch noch einholen“, warnt Briese deswegen trotz all der positiven Marktchancen. 

    So setzt Siemens Gamesa zur Überbrückung auf einen hauseigenen Sanierungsplan mit dem Namen „Leap“ (Sprung). Dazu gehört unter anderem die Steigerung von Kostendisziplin und -effizienz, beispielsweise durch den Einsatz von IT-Technik und Drohnen im Wartungssegment. Teil des Programms ist aber auch die Schließung von drei Werken in Europa. 

    Betroffen sind zwei Onshore-Rotorblattfertigungen, eine im spanischen Aoiz sowie eine im dänischen Aalborg. Ebenfalls schließen werde das Unternehmen seine Gondelfabrik im dänischen Brande. „Probleme in der Industrie und Arbeitsplatzabbau sind nach wie vor Folgen der starken Konsolidierung der letzten Jahre. Und das wird auch noch weitergehen“, erklärt Briese. Schließlich kämpften immer weniger Anbieter mit den niedrigsten Stromgestehungskosten um die Aufträge.

    Trotzdem: Die Stimmung in der Branche ist positiv. Selbst auf dem aktuell eher zähen deutschen Markt bessert sich die Stimmung laut einer Umfrage der Gewerkschaft IG Metall spürbar. 

    Mehr: Solarbranche warnt vor der Abschaltung Hunderttausender Anlagen.

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    • "Windenergie hat bewiesen, dass sie technisch funktioniert – seitdem kommen auch die großen Investoren." Das ist wichtig für die Energienutzung global. Aber Windenergie ist genauso wie Solarenergie nicht Grundlastfähig, da nicht 100% und kontinuierlich Wind- und Solarenergie generiert werden kann. Hingegen die neueste Neutrino-Technologie wird Grundlastfähig sein. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln.


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