RWE-Chef: „Das Energiesystem sollte nicht auf Kante genäht sein“
Düsseldorf. RWE-Chef Markus Krebber hat vor den Gefahren einer Stromknappheit durch sogenannte Dunkelflauten gewarnt. Zuletzt war dies vor einem Monat der Fall, als Windräder und Solaranlagen kaum Strom lieferten und die Strompreise stark stiegen. „Das gesamte System kam an seine Grenzen“, sagt Krebber im Podcast Handelsblatt Disrupt.
Und in Zukunft könnte es solche Dunkelflauten, in denen der Strom aus erneuerbaren Quellen nicht ausreicht, um die Nachfrage zu decken, häufiger geben, sagt der RWE-Chef. „Das Energiesystem sollte nicht auf Kante genäht sein.“
Seit dreieinhalb Jahren steht Krebber an der Spitze des einstigen Kohlekonzerns RWE. Mittlerweile ist das Unternehmen mit Sitz in Essen aus der Atomkraft ausgestiegen, hat das Ende der Kohleverstromung im Jahr 2030 eingeläutet und seine Strategie komplett neu ausgerichtet.
Und daran hält er auch angesichts der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten, deutscher Bürokratie und hohen Kosten weiter fest: „Das ist das, was nachgefragt wird. Und es ist das, was wettbewerbsfähig ist. Die Energiewende ist der richtige Weg“, ist Krebber überzeugt.