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SolarenergieDer Neandertaler zeigt uns den Weg aus der Energiekrise

Dem Homo neanderthalensis, einem nicht allzu fernen Verwandten des Homo sapiens, ist ein Museum gewidmet. Es zeigt mit seiner Fassade einen Weg in die Zukunft.Thorsten Firlus 14.03.2025 - 04:00 Uhr Artikel anhören
Neandertaler vor dem glechnamigen Museum: Zukunft trifft Vergangenheit. Foto: PR

Düsseldorf. Der Neandertaler zitterte wohl in seinen Höhlen rund ums – gerade entdeckte – Feuer, konnte aber dank einiger Fertigkeiten, wie des Werkzeugbaus und der Fähigkeit zu sprechen, einen Vorgeschmack auf den modernen Menschen geben. Strom, so viel ist gewiss, benötigte er dafür nicht. Dennoch gibt es nun einen guten Grund, den Blick auf den Fundort des Frühzeitmenschen zu richten. Dort ist ein Weg zu betrachten, wie wir unseren Stromhunger stillen können.

Windräder mögen manches Landschaftsbild stören, fossile Brennstoffe uns mehr CO2 in der Atmosphäre bescheren, Atomkraft mag umstritten bleiben: Die Sonne, so sie scheint, kann unseren Strombedarf weitgehend unbemerkt und ohne Nebenwirkung decken.

Das grüne, recht idyllische Neandertal in Mettmann bei Düsseldorf beherbergt seit vielen Jahren das gleichnamige Museum, das Besucher eigentlich anlockt mit dem, was im Inneren ausgestellt ist: den Wurzeln unserer Menschheitsgeschichte, geprägt vom aufrechten Gang und dem Willen, Neues zu lernen und zu nutzen.

Eher an Energie als an Knochen und Keilwerkzeugen interessierte Menschen sollten nun eine Weile davor stehen bleiben. Auch wenn im besten Fall auf den ersten Blick nichts auffällt an der Fassade. Denn genau das ist der Clou bei dem Gebäude in seinem türkisen Farbton: Es sind seit Ende Januar 32.000 Solarzellen in der Außenhaut verbaut.

Sie produzieren gut ein Drittel des benötigten Stroms des Museums, wie Museumsdirektorin Bärbel Auffermann dem Fernsehen verriet. Da das Museum ausschließlich tagsüber geöffnet hat und dann seinen Strom benötigt, wurde auch kein Speicher verbaut.

In der Fassade gelingt Integration unauffällig – von den 735 Glaselementen beinhalten 248 Photovoltaikmodule mit Südausrichtung. Das Museum, das sich dem Beginn der Menschheit widmet, zeigt somit eine zukunftsfähige Technologie. Erwarteter Ertrag: 30.000 Kilowattstunden.

Damit zeigt das Museum die Möglichkeiten der sogenannten gebäudeintegrierten Photovoltaik, die es erlaubt, die Gestaltung von Gebäuden nicht mit weithin sichtbaren Anlagen zu beeinträchtigen. Erst diese Woche stand das Thema im Zentrum des PV-Symposiums in Bad Staffelstein wieder auf dem Programm. Intelligente, elegante Lösungen, die nicht stören und dennoch helfen, suchen viele Bauherren, sei es privat oder öffentlich.

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Ganz freiwillig, so viel muss man einräumen, geschah diese Installation im Neandertal jedoch nicht. Denn die alte Fassade war, wenn auch nicht altersmäßig, so doch technisch schon in die Jahre gekommen, es wucherten Pilze und Algen in den Elementen. Nun sollen also Sonnenstrahlen Strom statt Käfer Morast schaffen. Und der älteste Mensch der Welt haust plötzlich in einem sehr zukunftsträchtigen Zuhause.

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