Uniper, Wintershall und OMV: Russlandgeschäfte bringen europäische Energiekonzerne in Bedrängnis
Das Unetrnehmen gilt als wichtigster deutscher Partner des russischen Staatskonzerns Gazprom.
Foto: Wintershall DeaDüsseldorf. Eigentlich wollte das Kasseler Unternehmen Wintershall Dea am Donnerstag nur seine Jahreszahlen vorlegen. Jetzt stehen die Russlandgeschäfte des deutschen Gaskonzerns im Mittelpunkt und bringen den Konzern in Bedrängnis. In einem Call mit Investoren verweigerte Wintershall überraschend jegliche Aussagen zur aktuellen Situation. Eine geplante Pressekonferenz für den Mittag wurde abgesagt.
Stattdessen gab es ein schriftliches Statement von Wintershall-CEO Mario Mehren: Er sei schockiert von dem, was aktuell in der Ukraine passiere. „Die jüngste militärische Eskalation erschüttert auch die über Jahrzehnte aufgebaute wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa und wird weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen“, teilte das Unternehmen mit.
Wintershall gilt als wichtigster deutscher Partner des russischen Staatskonzerns Gazprom. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent an dem gemeinsamen Joint Venture Achimgaz, das in Sibirien Gas fördert.
Außerdem gehören dem russischen Milliardär Michail Fridman über die Holding LetterOne (L1) 27 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Es war zwar zuletzt angedacht, dass Wintershall Dea selbstständig an die Börse geht. Doch in Finanzkreisen wird jetzt fest davon ausgegangen, dass ein IPO in absehbarer Zeit definitiv nicht kommen wird.