Energieversorgung: Bis zu 86 Prozent teurer: Das bedeutet der Energie-Preisschock für Verbraucher und Unternehmen
Wie genau es mit der Energiepolitik weitergeht, weiß niemand. Einige Fragen können jedoch beantwortet werden.
Foto: Mona Eing & Michael Meissner- Durch Wladimir Putins Angriffskrieg auf die Ukraine muss die Ampelkoalition bei der Energiepolitik umsteuern. Versorgungssicherheit ist plötzlich ebenso dringend wie Klimaschutz.
- Die Situation zwingt auch Verbraucher, sich neu mit ihrem Energieverbrauch zu beschäftigen: Es gibt neue Argumente für Elektroauto oder Wärmepumpe.
- Die Menschen spüren die steigenden Preise für Strom, Öl und Gas dramatisch.
- Ist es wirklich realistisch, 100 Prozent der Energie aus Erneuerbaren zu beziehen? Wie wird sich der CO2-Preis entwickeln? Die Antworten auf diese und 28 weitere Fragen finden Sie hier.
Berlin, Düsseldorf. Vor einem Jahr hätte es wohl niemand für möglich gehalten, dass Diesel an Deutschlands Tankstellen mal teurer sein würde als Superbenzin. Oder die Stromrechnung sich verdreifacht. Und das Gas erst: Wer sein durchschnittliche Reihenhaus damit heizt, zahlt im Moment etwas mehr als 2000 Euro pro Jahr. Vor einem Jahr waren es noch 1100 Euro – macht plus 86 Prozent.
Sicher: Dass Energie teurer wird, war spätestens klar, als die Bundesregierung noch unter Angela Merkel einen nationalen CO2-Preis für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas beschloss. Dass steigende Energiekosten nun aber für viele Bürger zum Existenzproblem werden, war so nicht geplant.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit seinem Angriff auf die Ukraine fast alles verändert: Darunter auch die deutsche Energiewende. Erdgas war wegen seiner vergleichsweise günstigen CO2-Bilanz bis vor wenigen Monaten ein elementarer Bestandteil dieser Wende. Nun gilt es als Inbegriff von schmutziger Energie, weil unsere Gaskäufe den Krieg des Kremls finanzieren. Die bislang verpönte Kohlekraft wird vom Öko-Outlaw zum Retter in der Not.