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Absatzplus Spielwaren-Boom: Deutschland puzzelt und bastelt wie noch nie

Spiele statt Kino: Die Konsumenten suchen Ablenkung mit Baukästen, Kartenspielen und Modellbahnen. Aber nicht alle Händler profitieren davon.
24.11.2020 - 13:09 Uhr Kommentieren
Modellbahnen sind gefragt dieses Jahr. Hersteller Märklin allerdings kämpft mit Lieferschwierigkeiten, weil die Werke zeitweise wegen der Corona-Pandemie schließen mussten. Quelle: dpa
Spielzeug

Modellbahnen sind gefragt dieses Jahr. Hersteller Märklin allerdings kämpft mit Lieferschwierigkeiten, weil die Werke zeitweise wegen der Corona-Pandemie schließen mussten.

(Foto: dpa)

München Die Kinder in Deutschland können Weihnachten trotz Coronakrise gelassen entgegensehen: Wenn die Prognose von Spielwarenhändlern und Herstellern zutrifft, werden sie an Heiligabend reich beschenkt. „Bei den Kindern wird zuletzt gespart“, sagte Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren, an diesem Dienstag.

Die Konsumenten geben im bisherigen Jahresverlauf deutlich mehr Geld in den Spielwarenläden aus als 2019. Die Händler rechnen damit, dass der Umsatz in Deutschland 2020 um acht Prozent auf 3,7 Milliarden Euro in die Höhe schießen wird. Zum Vergleich: Im Vorjahr sind die Erlöse lediglich um drei Prozent geklettert. „Die Spielwarenindustrie kommt richtig gut durch die Krise“, bilanzierte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Verbands der Spielwarenindustrie.

„Eltern und Kinder haben momentan mehr Zeit füreinander“, erläuterte Kahnt: „Coronazeit ist Familienzeit.“ So kommt es, dass sich dieses Jahr Puzzles glänzend verkaufen, aber auch Spiele-Dauerbrenner wie „Uno“ oder „Die Siedler von Catan“. Besonders gefragt sind den Marktforschern von der NPD Group zufolge zudem die sogenannten Exit-Games, also Spiele, in denen gemeinsam Rätsel zu lösen sind.

Damit nicht genug: „Wir rechnen für Weihnachten mit einer starken Nachfrage nach Experimentierkästen“, ergänzte Kahnt. „Aber auch Klassiker wie Barbie und Modelleisenbahnen stehen auf dem Wunschzettel.“

Selbstverständlich ist das gute Geschäft in den Spielzeugshops in Deutschland nicht. In keinem anderen der großen europäischen Länder würden die Umsätze dieses Jahr so stark steigen, erläuterte Joachim Stempfle von der NPD Group. Der Grund dafür sei vor allem der hohe Anteil des Onlinehandels hierzulande, der im vergangenen Jahr bereits bei 42 Prozent lag. Die Kunden hätten den Vertriebsweg schnell akzeptiert, als im Frühjahr die Läden geschlossen waren. Im Ausland sei das anders gewesen. „Dadurch war es auch einfacher, fehlende Filialumsätze durch das Onlinegeschäft zu kompensieren“, so Stempfle.

Der Nachteil: Nicht alle Händler profitieren von dem Aufschwung, sondern nur diejenigen mit einem gut laufenden Onlineshop. Läden in der Innenstadt dürften sich dagegen auch in der für die Branche sehr wichtigen Adventszeit eher schwertun, weil dieses Jahr die Weihnachtsmärkte fehlen und die Gastronomie geschlossen ist, warnt Funktionär Kahnt. Der Handelsverband rechnet damit, dass die Branche dieses Jahr mehr als die Hälfte vom Umsatz im Internet erzielt.

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Die mit Abstand populärste Marke war zuletzt Lego. Sieben der zehn meistverkauften Artikel stammten im Oktober der NPD Group zufolge vom Klötzchenkonzern aus Dänemark. Die Nummer eins in den Geschäften: ein Sportwagenmodell der Technic-Serie von Lego. Der stolze Preis des grasgrünen Lamborghini: rund 270 Euro.

Den Produzenten ist derweil nicht bange um die Zukunft. Mehr als 40 Prozent der Verbandsmitglieder würden auch für 2021 mit steigenden Umsätzen kalkulieren, führte Industrieverbandschef Brobeil aus. Kein Wunder: Das Virus wird wohl noch eine Weile dafür sorgen, dass der Kinobesuch durch den Spieleabend ersetzt wird.

Mehr: Modellbahn-Hersteller Märklin kämpft mit Lieferschwierigkeiten

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