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China Die Luxusbranche fürchtet harte Zeiten durch das Coronavirus

Viele internationale Marken sind stark von der Kaufkraft der chinesischen Kunden abhängig. Doch nicht nur das China-Geschäft leidet.
12.02.2020 Update: 12.02.2020 - 12:51 Uhr Kommentieren
Mehrere Luxusfirmen kürzten wegen des Virus-Ausbruchs bereits ihre Gewinnprognosen. Quelle: AFP
Luxus-Einkaufszentrum in Peking

Mehrere Luxusfirmen kürzten wegen des Virus-Ausbruchs bereits ihre Gewinnprognosen.

(Foto: AFP)

Peking, Paris, Rom, Düsseldorf Die Schaufenster locken mit hochwertigen Produkten, die Fassaden glänzen, doch die Kunden bleiben weg: Viele der Luxusläden von Gucci, Balenciaga und Moncler im Einkaufszentrum Taikoo Li Sanlitun haben auch am Dienstag geschlossen. Nur zwei Reinigungskräfte mit Mundschutz und Handschuhen wischen die Böden des Komplexes im Herzen Pekings.

Das Coronavirus-Ausbruch und die damit einhergehenden Quarantänemaßnahmen und Verkehrsbeschränkungen treffen die internationalen Luxushersteller an einer empfindlichen Stelle: Chinesische Kunden sind eine der wichtigsten Zielgruppen der Branche.

Im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze in China um 26 Prozent auf 30 Milliarden Euro, wie das Beraterunternehmen Bain & Co. im zuletzt veröffentlichten Report mit dem italienischen Luxusverband Altagamma berichtet. China sorgt damit für 90 Prozent des globalen Wachstums bei persönlichen Luxusgütern.

Doch nun erwarten Experten für den zuletzt boomenden Sektor bestenfalls ein geringes oder sogar kein Wachstum. Für das erste Quartal prognostizierte Flavio Cereda, Analyst beim Finanzdienstleister Jefferies, einen Rückgang der chinesischen Luxusausgaben um mehr als ein Drittel. Das könnte in der globalen Modebranche zu einem Umsatzminus von 1,5 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres führen, schätzt Altagamma-Präsident Matteo Lunelli.

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    Die britische Modefirma Burberry, die etwa 40 Prozent ihres Umsatzes inzwischen in China erwirtschaftet, teilte bereits am Freitag mit, dass fast ein Drittel ihrer dortigen Filialen vorerst geschlossenen hätten und in den geöffneten Läden die Kundenfrequenz um rund 80 Prozent gesunken sei. Die japanische Kosmetikfirma Shiseido beklagte, dass sich die Verkaufszahlen ihrer vier Topmarken seit Beginn des chinesischen Neujahrsfestes um die Hälfte geschrumpft sei.

    Mehrere Luxusfirmen kürzten wegen des Virus-Ausbruchs bereits ihre Gewinnprognosen. So rechnet Tapestry, der Eigentümer von Kate Spade und Coach, mit 200 bis 250 Millionen Dollar weniger Verkäufen in der zweiten Hälfte vom Februar. Der amerikanische Kosmetikriese Estee Lauder wiederum reduzierte für das zweite Halbjahr den voraussichtlichen Gewinn um bis zu 13 Prozent. Man spüre „die negativen Auswirkungen“, gab der Daunenjacken-Hersteller Canada Goose zu.

    Dauer der Epidemie ist ausschlaggebend

    Auch Frankreichs Luxushersteller leiden. Asien ohne Japan trägt 30 Prozent zum Umsatz von Weltmarktführer LVMH, 32 zu dem von Kering und 36 Prozent zu dem von Hermès bei. Dass die Schritte zur Eindämmung der Seuche ausgerechnet mit dem chinesischen Neujahrsfest zusammenfielen, kommt erschwerend hinzu.

    Chinas Verbraucher tätigen in diesem Zeitraum rund ein Zehntel ihrer jährlichen Käufe von Luxusprodukten. Zahlen über den Umsatzrückgang hat noch keines der großen französischen Luxushäuser veröffentlicht. Hermès lehnte es ab, Stellung zu nehmen.

    Der Gucci-Mutterkonzern Kering äußerte sich am Mittwoch jedoch deutlich besorgt. Der Virusausbruch könne Auswirkungen auf Konsumtrends und Tourismusströme haben.

    Jean-Paul Agon, Chef des weltgrößten Kosmetikherstellers L’Oréal gab bei der Bilanz-Pressekonferenz am vergangenen Freitag ebenfalls noch keine Schätzungen ab. „Alles hängt von der Dauer der Epidemie ab“, sagte er. Während der SARS-Epidemie 2002/03 habe man festgestellt, dass viele Käufe anschließend nachgeholt wurden.

    „Die globale Wirtschaft wird nachhaltig unter dem Coronavirus leiden“

    Abfedernd wirke sich für L’Oréal der extrem hohe Anteil des Online-Handels aus. Rund die Hälfte seines Umsatzes mache der Kosmetikgigant über Marktplätze im Internet. „Dort können unsere Kunden auch dann bestellen, wenn sie zu Hause bleiben müssen“, sagte Agon.

    LVMH wiederum glaubt, durch ein florierendes US-Geschäft diversifiziert und dementsprechend gewappnet zu sein. Sollte der Virus noch im ersten Quartal eingedämmt werden können, dann erwarte er keine allzu starken Auswirkungen auf das Gesamtgeschäft, sagte LVMH-Chef Bernard Arnault.

    Erst am Dienstag erklärte Zhong Nanshan, Leiter der chinesischen Expertenkommission für den Coronavirus, die Epidemie werde in diesem Monat ihren Höhepunkt erreichen und womöglich im April schon ausgestanden sei.

    Hongkong steckt bereits in der Krise
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