Evonik: RAG-Stiftung verkauft 23,4 Millionen Evonik-Aktien
Düsseldorf. Die Essener RAG-Stiftung ist nicht mehr Mehrheitsaktionärin von Evonik. Die Stiftung zur Deckung der Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus hat über Nacht 23,4 Millionen Evonik-Aktien verkauft und ihren Anteil an dem Spezialchemie-Konzern damit auf rund 47 Prozent reduziert. Die Platzierung drückte die Evonik-Aktie am Donnerstag um 3,3 Prozent auf 20,00 Euro.
Das liegt knapp über dem Preis von 19,99 Euro je Aktie, den die Investmentbank Morgan Stanley am Mittwochabend den potenziellen Käufern genannt hatte. Zu dem Preis erlöst die RAG-Stiftung mit dem Verkauf 468 Millionen Euro. Die Evonik-Papiere haben seit Mitte März knapp ein Viertel an Wert gewonnen.
Das Geld aus dem Anteilsverkauf solle für den Ausbau des Anlageportfolios genutzt werden, erklärte die Stiftung. Deren Chef Bernd Tönjes hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, dass die Marke von 50 Prozent bis 2026 wohl unterschritten werde. Im Herbst hatte die Stiftung Wandelanleihen auf Evonik-Aktien, die in diesem Jahr auslaufen sollten, durch länger laufende Papiere ersetzt.
Die 2007 gegründete RAG-Stiftung steht mit ihrem Vermögen für die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus gerade. Ihre größte Beteiligung ist Evonik. Zuletzt musste sie ihre kompletten Investitionen in den insolventen Signa-Konzern des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko abschreiben. Nach Angaben von Tönjes machte das ein bis zwei Prozent des Gesamtvermögens aus, mithin etwa 180 und 350 Millionen Euro.