Geschäft: So lukrativ ist der digitale Anzeigenmarkt
Düsseldorf, Frankfurt. Ein Szenario, das auf den ersten Blick überrascht: Anfang September wird die Aktie des Autoherstellers Porsche wahrscheinlich aus dem Leitindex Dax fallen und wohl ausgerechnet von Scout24 verdrängt – einem Unternehmen mit 1100 Mitarbeitern, das seine Umsätze mit Kleinanzeigen verdient.
Doch wer genauer auf die Zahlen schaut, sieht, dass sich Kleinanzeigen im Internet weitgehend unbemerkt zu einem der erfolgreichsten Geschäftsmodelle entwickelt haben. So lag die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (Ebit) bei Scout24 im ersten Halbjahr bei 42,6 Prozent. Ein Wert, den klassische Branchen wie die Autoindustrie nur in Ausnahmefällen erreichen.
Scout24 ist für die Immobilienplattform Immoscout24 bekannt, die jeden Monat 18 Millionen Wohnungssuchende und Anbieter nutzen. Die Aktie hat seit Anfang 2023 mehr als 150 Prozent an Wert gewonnen, die von Porsche seitdem 50 Prozent verloren.
Das Potenzial erkennen zunehmend auch Finanzinvestoren wie KKR, Blackstone und Permira. Sie haben Kleinanzeigenportale (in Fachkreisen auch „Classifieds“ genannt) übernommen – und entwickeln dafür ehrgeizige Pläne. In der Branche stehen Übernahmen und Börsengänge bevor, die sie auch für Anleger interessant machen könnten.