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Krise in Weißrussland Nach der Entführung des Ryanair-Jets: Die Airlines planen um

Fluggesellschaften wie die Lufthansa meiden den weißrussischen Luftraum, nachdem die EU das empfohlen hat. Besonders betroffen sind Flüge nach Russland, Zentral- und Ostasien.
25.05.2021 - 17:41 Uhr 1 Kommentar
Flüge aus München nach Asien werden derzeit um Weißrussland herumgeleitet. Quelle: AP
Lufthansa

Flüge aus München nach Asien werden derzeit um Weißrussland herumgeleitet.

(Foto: AP)

Frankfurt Die staatlich angeordnete „Entführung“ eines Ryanair-Jets am Pfingstsonntag hat signifikante Folgen für den Luftverkehr nach und über Weißrussland. Die Lufthansa fliegt vorerst nicht mehr nach Belarus und setzt Direktverbindungen in die Hauptstadt Minsk aus.

Man streiche den für Mittwoch geplanten Flug von Frankfurt nach Minsk und den Rückflug am Donnerstag, teilte die Airline am Dienstag mit. Bis auf weiteres fliege Lufthansa nicht durch den belarussischen Luftraum. „Über weitere Flüge entscheiden wir noch, bis dahin beobachten wir die Lage und stehen in ständigem Kontakt mit unseren Behörden.“ Sicherheit habe bei Lufthansa oberste Priorität.

Am Pfingstsonntag hatte die weißrussische Regierung einen Jet von Ryanair auf seinem Flug von Athen in die litauische Hauptstadt Vilnius abgefangen und mithilfe eines Kampfflugzeugs zur Landung in Minsk gezwungen. An Bord befand sich unter anderem ein regierungskritischer Journalist, der festgenommen wurde.

Der Europäische Rat hatte am Montagabend die Airlines in Europa dazu aufgerufen, den Luftraum von Weißrussland zu umfliegen. Die Fluggesellschaften folgen diesem Hinweis bislang. Viele Routen werden nun oberhalb von Weißrussland über Litauen und Lettland geflogen, weil auch der Luftraum der Ukraine – der unterhalb von Weißrussland liegt – wegen des Konflikts mit Russland als nicht sicher gilt.

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    Von dem Aufruf und den Maßnahmen der Airlines sind vor allem Linien nach Russland und Zentral- und Ostasien betroffen. Flüge etwa von Frankfurt nach Moskau, Almaty oder Schanghai führten bisher über den weißrussischen Luftraum, ebenso Strecken von München nach Peking oder Tokio.

    Folgen des fehlenden direkten Verkehrs mit Weißrussland überschaubar

    Welche Dimension die Einschränkungen haben, zeigen Daten der Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol: Zuletzt gab es täglich knapp 340 Flüge von oder nach Europa, die über das Land führten.

    Wie viel mehr Aufwand Fluggesellschaften wie Lufthansa haben werden, ist noch nicht klar. Die Folgen des fehlenden direkten Verkehrs mit Weißrussland dürften jedoch überschaubar bleiben. Denn der Luftverkehr zwischen Europa und dem autoritär regierten Land ist gering. Auch wegen der Corona-Pandemie ist er aktuell ohnehin begrenzt.

    Nach der erzwungenen Landung der Ryanair-Maschine hat die EU ein Flug- und Landeverbot gegenüber weißrussischen Airlines verhängt. Das ist Teil eines neuen Sanktionspakets gegen Weißrussland, auf das sich die 27 EU-Staaten geeinigt haben.

    Besonders betroffen ist deshalb die weißrussische staatliche Airline Belavia, die 46 Verbindungen am Tag nach Europa anbietet. Darunter befinden sich auch die deutschen Ziele Frankfurt, München, Hannover und Berlin.

    Schwerer Verstoß gegen das internationale Luftverkehrsrecht

    Der Vorfall in Minsk ist ein schwerer Verstoß gegen internationale Luftfahrtregeln. Deshalb soll der Vorgang nun von der ICAO, der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, untersucht werden.

    Im sogenannten Chicagoer Abkommen wurde 1944 festgelegt, dass Gewalt gegen private und damit auch kommerziell genutzte Flugzeuge verboten ist. Dort ist auch geregelt, dass eine Landung nur dann erzwungen werden kann, wenn das Flugzeug ohne Erlaubnis in den Luftraum eingedrungen ist. Ryanair hatte die Erlaubnis.

    Ryanair-Chef Michael O’Leary glaubt, dass das autoritäre weißrussische Regime den Zugriff auf die Maschine von langer Hand geplant hat, und er verwies darauf, dass mehrere Fluggäste freiwillig in Minsk geblieben seien. „Wir vermuten, dass auch einige KGB-Agenten am Flughafen abgeladen wurden“, sagte er dem irischen Radiosender Newstalk.

    Auch Lufthansa bekam das autokratische System in Weißrussland zu spüren. Am Pfingstmontag musste das Boarding einer A319 der „Hansa“ auf behördliche Anweisung unterbrochen werden. Gepäck und Fracht wurden wieder entladen und von den Behörden untersucht. Der Abflug verzögerte sich um zwei Stunden.

    Dass Lufthansa am Tag nach dem Ryanair-Vorfall noch ab Minsk flog, hatte mehrere Gründe. Zum einen versucht die Airline, Verbindungen solange wie möglich aufrechtzuerhalten – nicht zuletzt mit Blick auf deutsche Bürger, die das Land eventuell verlassen wollen. Zum anderen hatte die Airline noch eine Crew vor Ort, die das Management angesichts der politischen Zuspitzung zurückholen wollte.

    Andere Airlines wie die ungarische Wizz Air oder Air Baltic entschieden dagegen schon am Sonntag, das Land weder anzufliegen, noch den Luftraum zu überfliegen. Litauen untersagte es bereits am Sonntag den heimischen Fluggesellschaften, über Weißrussland zu fliegen oder dort zu starten und zu landen.

    Mehr: Flugzeugentführung von Minsk – Europa braucht neue Instrumente im Kampf gegen autoritäre Staaten. Ein Kommentar.

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    1 Kommentar zu "Krise in Weißrussland: Nach der Entführung des Ryanair-Jets: Die Airlines planen um"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wieso Krise in Belarus?? Die Probleme sind doch eigentlich bei denen, die bisher über Belarus geflogen sind oder nach Minsk geflogen sind?

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