Lieferketten: Chaos auf See kehrt für drei Monate zurück
„Die Fracht-Futures für die Route Shanghai–Nordeuropa stiegen am 12. Mai sprunghaft an“, meldete die auf Containerschifffahrt spezialisierte Beratungsfirma Linerlytica am Dienstag. Die Zahl der geschlossenen Kontrakte sei doppelt so hoch gewesen wie an üblichen Handelstagen.
Als Grund nennen die Experten die Furcht vor schwindenden Frachtkapazitäten von und nach Europa, weil viele internationale Reedereien ihre Schiffe voraussichtlich auf die nun lukrativeren Pazifikstrecken umleiten.
Für drei Monate, so haben es China und die USA vereinbart, sollen die massiven Importzölle von mehr als 125 Prozent ausgesetzt und durch mäßigere Einfuhrabgaben von zehn Prozent (aus China) und 30 Prozent (aus den USA) ersetzt werden.
Peter Sand, Chefanalyst beim Frachtratenbeobachter Xeneta, erwartet deshalb, dass Verlader bei einer durchschnittlichen Fahrtzeit von 22 Tagen über den Pazifik diese Chance nutzen werden, indem sie innerhalb des 90-Tage-Zeitraums so viel Fracht wie möglich transportieren.