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LogistikunternehmenDeutsche Post nimmt Preiserhöhungen für Pakete zurück

Seit dem Jahreswechsel gelten bei DHL höhere Preise für den Versand von Päckchen und Paketen. Das wird sich zum 1. Mai nun wieder ändern.Christoph Schlautmann 05.02.2020 - 13:02 Uhr aktualisiert

Die Bundesnetzagentur vermutete, dass die neuen Paketpreise des ehemaligen Staatsmonopolisten über den tatsächlich anfallenden Kosten liegen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Deutsche Post DHL macht bei ihrer Preiserhöhung für Privatpakete einen Rückzieher. Die zum Jahreswechsel vollzogene Anhebung werde zum 1. Mai wieder aufgehoben, teilte der Bonner Konzern mit. Grund ist ein am 28. Januar eingeleitetes Verfahren der Bundesnetzagentur. Die Bonner Aufsichtsbehörde kritisiert, dass die neuen Preise möglicherweise höher liegen als die tatsächlichen Transportkosten.

Obwohl das Paketgeschäft – anders als der Briefbereich – nicht der staatlichen Preisregulierung unterliegt, darf DHL auch hier die Preise nicht frei kalkulieren. „Mit einem Anteil von 70 Prozent im deutschen Privatpaketmarkt ist die Post ein marktbeherrschendes Unternehmen“, erklärte dazu ein Sprecher auf Anfrage. „Aus kartellrechtlichen Gründen darf sie hier keine willkürlichen Aufschläge verlangen.“

Im Post-Tower sieht man das anders. „Wir können die Bewertungen der Bundesnetzagentur nicht nachvollziehen und halten die Preiserhöhung weiterhin für zulässig“, sagte dazu ein Sprecher. Dem Ansinnen der Behörde habe man sich jedoch gebeugt, weil DHL rechtliche Auseinandersetzung vermeiden und Klarheit für die Kunden über die Päckchen- und Paketentgelte schaffen wolle.

Seit Januar zahlen Kunden in der Postfiliale 4,79 Euro für ein mittelgroßes Päckchen, statt zuvor 4,50 Euro. Das Zehn-Kilo-Paket wurde um einen Euro teuer und kostet jetzt 10,49 Euro. Für ein 31,5-Kilo-schweres Paket werden nun 18,49 statt 16,49 Euro fällig. Moderatere Preissteigerungen gab es bei der Online-Frankierung, die seit Jahresbeginn je nach Paketgröße um zehn Cent bis zu einem Euro teurer wurde.

Zur Begründung hatte der Post-Paketdienst DHL darauf verwiesen, dass sie – bis auf eine Preiserhöhung für Büchersendungen im vergangenen Jahr – drei Jahre lang keine Aufschläge mehr verlangt habe. Es habe im Unternehmen seither „deutliche Kostensteigerungen im Personal- und Transportbereich“ gegeben und „umfangreiche Investitionen in Qualitäts- und Serviceverbesserungen“.

Das Vorgehen der Bundesnetzagentur dürfte auf den ersten Blick überraschen. Vor fünf Jahren noch ermittelte das Bundeskartellamt gegen den Gelben Riesen, weil man ihm im Paketgeschäft nicht übermäßiges hohe Porto, sondern im Gegensatz dazu „Preisdumping“ vorwarf. 

Druck in der Branche hat abgenommen

Viele Paketfahrer sehen sich bis heute als Opfer der niedrigen Paketpreise, die angeblich kaum für faire Lohnzahlungen reichen. Auch Wettbewerber sprachen noch bis vor kurzem von Verdrängungswettbewerb. „DHL Paket hat bei einer Absatzsteigerung von 7,8 Prozent tatsächlich nur 4,3 Prozent mehr Umsatz generiert“, twitterte DPD-Spitzenmanager Boris Winkelmann noch vor zwei Jahren. „Der Durchschnittspreis ist somit um ganze 13 Cent gesunken. Noch Zweifel am Preisdumping des Marktbeherrschers?“

Die Situation hat sich allerdings im vergangenen Jahr entschärft. Den gewerblichen Versendern wie Amazon oder Zalando stellen nahezu alle Paketdienste inzwischen höhere Transportgebühren in Rechnung, was den Druck in der Branche gemindert hat. Zudem macht die Zustellung privater Pakete und Päckchen lediglich vier Prozent am Gesamtmarkt aus, wie die Bundesnetzagentur ermittelte. Für DHL geht es bei der jüngsten Entscheidung daher gerade einmal um einen Umsatz von 630 Millionen Euro.

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Eine sofortige Rücknahme der Preiserhöhungen wird es bei der Post aber nicht geben. Zunächst müssten die IT-Systeme, die in den mehr als 24.000 Annahmestellen installiert sind, wieder auf den alten Stand gebracht werden. Dies dauere bis zum 1. Mai 2020, erklärte der Konzern. Bis dahin behielten die zum Jahreswechsel erhöhten Preise ihre Gültigkeit.

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