1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel + Konsumgüter
  4. Luftfahrt: Kranke Crews bringen Flugpläne durcheinander

LuftfahrtKranke Crews bringen Flugpläne durcheinander – Zahl der Flugabsagen wird steigen

Weltweit müssen Airlines Flüge absagen, weil Piloten und Kabinenpersonal fehlen. Die Situation könnte sich in den kommenden Wochen zuspitzen.Jens Koenen 28.12.2021 - 14:30 Uhr Artikel anhören

In den USA fallen seit einigen Tagen zahlreiche Flüge aus, weil sich das fliegende Personal krankmeldet.

Foto: AP

Frankfurt. Die Pandemie setzt der Luftfahrt erneut schwer zu, dieses Mal jedoch von einer neuen Seite. Weil sich zahlreiche Mitarbeiter des fliegenden Personals krankmelden oder wegen Corona in Quarantäne bleiben müssen, haben Fluggesellschaften weltweit Tausende Flüge abgesagt. Das Informationsportal Flightaware listete für den Dienstag knapp 2200 Flugausfälle auf, dazu gut 3000 Verspätungen. Rund um die Weihnachtstage waren etwa 7000 Flugverbindungen gestrichen worden.

Der personelle Engpass könnte in den kommenden Tagen noch größer werden, sollten Prognosen von Virologen zutreffen. In einigen Ländern wie etwa Deutschland ist die hochansteckende Omikron-Variante bislang noch nicht sehr stark verbreitet. Das wird sich nach Ansicht von Experten allerdings ändern. Spätestens nach dem Jahreswechsel drohe eine Welle an Infektionen, warnen Gesundheitsexperten seit Tagen.

Immer mehr Regierungen dürften dann erneut harte Reiserestriktionen verhängen. Und bei den Airlines werden sich wohl weitere Crewmitglieder vom Dienst abmelden – auch in Europa. Lufthansa hat bereits in den Tagen vom 23. bis zum 26. Dezember mehrere Langstreckenflüge gestrichen. Betroffen waren Ziele in den USA wie Boston, Houston und Washington, aber auch eine Verbindung nach Japan. Das Management hat nach eigenen Angaben zwar mit einem großen personellen Puffer geplant. Doch die Krankenquote sei höher als erwartet, heißt es bei der „Hansa“.

Ähnlich ist die Situation bei anderen europäischen Fluggesellschaften. So sagte die skandinavische Fluggesellschaft SAS rund um Weihnachten knapp 40 Flüge ab, weil sich das fliegende Personal krankmeldete oder in Quarantäne bleiben musste.

Einen Vorgeschmack auf das, was der europäischen Luftfahrt in den ersten Tagen des neuen Jahres droht, liefert der Blick auf die USA. Dort ist die Omikron-Variante bereits die dominierende Coronamutation. Die Folge: Am Montag fielen laut Flightaware etwa 1000 Flüge aus, am Dienstag rund 700. Zu den gehäuften Krankmeldungen gesellte sich in den Staaten schlechtes Wetter.

Schlechtes Wetter in den USA über die Feiertage

So musste Delta Airlines rund 2000 der am Montag geplanten Flüge absagen. Auch American Airlines und der Lufthansa-Partner United Airways strichen Verbindungen. Bereits am ersten Weihnachtstag hatten die US-Fluggesellschaften 2500 Flüge storniert.

Auch in China war der Luftverkehr stark eingeschränkt. China Eastern hatte an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag 1000 Flüge gestrichen. Air China nahm ein Fünftel der eigentlich geplanten Flüge aus dem Programm.

Für die Airlines ist das ein Rückschlag. Gerade hatten sie damit begonnen, sich aus der schwersten Krise herauszuarbeiten. Die Wochen rund um den Jahreswechsel sind traditionell eine starke Reisezeit. Trotz wieder steigender Infektionszahlen wollten viele Menschen auch verreisen und hatten Flugtickets gekauft.

Verwandte Themen
USA
Lufthansa
Europa

Und auch sonst sah es recht gut aus. Die Flughäfen, die noch im Herbst mit dem Hochlauf zu kämpfen hatten, bekamen die Abläufe allmählich wieder in den Griff. Es wurden während der Weihnachtszeit kaum Probleme an den deutschen Airports gemeldet, doch nun fehlt den Airlines das Personal.

Dabei zeichnet sich die nächste Herausforderung bereits ab. Je nachdem, wie schnell sich Omikron weiter ausbreitet, werden viele Fluggäste ihre Reisen in den kommenden Wochen verschieben. Lufthansa spürt bereits eine einbrechende Nachfrage nach Tickets und streicht ab Mitte Januar vorübergehend jeden zehnten Flug. Der Luftfahrt droht einmal mehr ein schwieriger Jahresauftakt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt