Medikamente: Versandapotheken stoppen Verkauf von Arznei über Amazon
Frankfurt. Wer in den nächsten Tagen rezeptfreie Arzneimittel über Amazon kaufen will, könnte vergeblich nach Produkten suchen. Viele Versandapotheken, die bisher ihre frei verkäuflichen Medikamente auch über den Marktplatz des US-Konzerns in Deutschland anbieten, wollen das vorerst nicht mehr tun. Denn ansonsten drohen ihnen rechtliche Schritte.
Ein Apotheker aus München hat bereits Abmahnungen verschicken lassen. Grundlage dafür ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), das im Falle einer Zuwiderhandlung sogar die Androhung von Ordnungsgeldern bis zu einer Höhe von 250.000 Euro nennt.
Der BGH hatte Ende März geurteilt, dass ein Apotheker über die Internetplattform Amazon Arzneimittel nur dann vertreiben darf, wenn er vorher vom Kunden explizit die Einwilligung zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung seiner Daten erhalten hat. Bestelldaten wie Name des Kunden, Lieferadresse und Informationen zur Individualisierung des Medikaments gelten als Gesundheitsdaten im Sinne der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Seit Jahren gibt es Rechtsstreit wegen des Versands über Amazon
Das gilt auch für rezeptfreie Medikamente. Ein Verstoß kann von einem anderen Apotheker mit einer wettbewerbsrechtlichen Klage vor den Zivilgerichten verfolgt werden, führte der BGH weiter aus.