Parfumdreams-Übernahme: Kartellamt macht Weg für die Onlineoffensive von Douglas frei
Das Unternehmen will Parfumdreams als zweite Marke erhalten und ausbauen.
Foto: dpaDüsseldorf. Die neue Douglas-Chefin Tina Müller hat die nächste Etappe geschafft auf ihrem Weg, aus der Parfümeriekette auch eine digitale Marke zu machen. Das Bundeskartellamt hat dem Unternehmen genehmigt, den Onlinespezialisten Parfumdreams zu übernehmen. „Durch den Erwerb wächst der Marktanteil von Douglas im Online-Bereich beachtlich“, sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Aber der Spielraum des Unternehmens werde durch starke Wettbewerber weiterhin ausreichend beschränkt.
Douglas hatte Anfang Mai angekündigt, die Mehrheit an dem Familienunternehmen Parfümerie Akzente zu übernehmen. Dabei hatte es der Marktführer aber weniger auf die 27 Parfümerien des Unternehmens abgesehen als auf den Onlineshop Parfumdreams. Den hatte der Sohn der Eigentümerfamilie, Kai Renchen, gegründet und schnell zu einer populären Kosmetikadresse im Netz für junge Kunden gemacht. Zuletzt hatte Parfumdreams in elf Ländern einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro gemacht.
Die Eigentümer-Familie Renchen bleibt als Minderheitsgesellschafter mit dabei. Kai Renchen soll weiter für Parfumdreams verantwortlich bleiben und zusätzlich mit seiner E-Commerce-Expertise den Vorstand von Douglas verstärken.
„Die Entscheidung des Bundeskartellamts ist eine gute Nachricht für Douglas“, sagte Müller. „Mit der Übernahme von Parfumdreams werden wir unser E-Commerce-Geschäft nachhaltig stärken“, betonte die Douglas-Chefin. Das sei ein Meilenstein bei der Umsetzung der Zukunftsstrategie.
Douglas will Parfumdreams als zweite Marke erhalten und ausbauen. Mit gutem Grund: Damit kann das Traditionsunternehmen auch junge Kunden erreichen, die nicht in die Douglas-Parfümerien kommen. Außerdem kann es mit Parfumdreams preisaggressiv gegen die neuen Wettbewerber im Netz vorgehen – ohne die Hauptmarke Douglas zu beschädigen.
Der Wettbewerb in der Branche wird gerade online zunehmend härter. So ist vor Kurzem der Modehändler Zalando ebenfalls in das Geschäft mit Kosmetik eingestiegen. Verkauft werden Kosmetik-, Haut- und Haarpflegeprodukte, Parfums und Accessoires in allen Preiskategorien – rund 4000 Produkte von 130 Marken. Auch Amazon verstärkt den Verkauf von Kosmetik.
Im stationären Handel mit Parfümerieprodukten des Prestige-Segments liegen die Umsatzanteile von Douglas und Parfümerie Akzente bundesweit zusammen bei etwa 25 bis 30 Prozent. Für das Bundeskartellamt war das aber kein Problem, ist doch der Wettbewerb regional sehr unterschiedlich. So liegen die Geschäfte von Akzente hauptsächlich in Süddeutschland. Dort aber, so die Behörde, sei die Konkurrenz durch Unternehmen wie Kaufhof, Karstadt, den Drogeriemarkt Müller und lokale Parfümerien noch ausreichend groß.
Ohnehin ist fraglich, ob alle Parfümerien von Akzente langfristig weiterbetrieben werden. Douglas hat nach Ansicht von Experten ohnehin schon mehr als genug Ladenfläche. Auf zurückgehende Kundenzahlen in den Geschäften will Douglas-Chefin Müller mit neuen Ladenkonzepten reagieren.