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PharmabrancheUS-Apothekenketten zahlen im Opioid-Skandal 13,8 Milliarden Dollar

CVS, Walgreens Boots und Walmart wurde vorgeworfen, die Opioidkrise im Land mit verschärft zu haben. Nun steht ein milliardenschwerer Vergleich.Katharina Kort 02.11.2022 - 17:14 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die US-Apothekenkette hat bestätigt, in dem Opioid-Vergleich fast fünf Milliarden Dollar zu zahlen.

Foto: Reuters

New York. Im Streit über massenhaften Schmerzmittelmissbrauch in den USA haben sich die Apothekenketten CVS, Walgreens Boots und Walmart auf eine Zahlung von rund 13,8 Milliarden Dollar geeinigt. Der Vergleich sieht vor, dass CVS rund fünf Milliarden Dollar über zehn Jahre zahlt und Walgreens rund 5,7 Milliarden über 15 Jahre, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch erklärten.

Auf den Einzelhandelsriesen Walmart, der auch hauseigene Apotheken betreibt, entfallen laut Medienberichten 3,1 Milliarden Dollar, die größtenteils im Voraus fällig werden. Ein Walmart-Sprecher wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Mit dem Schritt wollen die Unternehmen Tausende von Klagen von US-Bundesstaaten, Gemeinden und Ureinwohnerstämmen beilegen, die ihnen vorwerfen, die sogenannte Opioidkrise mit verschärft zu haben.

Es ist das erste Mal, dass im Zuge des Skandals auch Apothekenketten zur Verantwortung gezogen werden. Ihnen wird vorgeworfen, die umstrittenen Schmerzmittel zu leichtfertig vertrieben zu haben und nicht konsequent genug gegen gefälschte Rezepte vorgegangen zu sein. Damit sollen auch sie zu der Opioid-Epidemie beigetragen haben, die mehr als eine halbe Million Amerikanern das Leben gekostet hat.

Ausgangspunkt der Krise war das Unternehmen Purdue Pharma, das von der Sackler-Familie kontrolliert wird. Der Konzern gilt als hauptverantwortlich für eine der schwersten Drogen-Epidemien in der Geschichte der USA.

Mit manipulierten Studien und massivem Druck auf Vertreter und Ärzte hatte Purdue dafür gesorgt, dass das schnell abhängig machende Mittel Oxycontin auch schon bei leichten Schmerzen oder nach dem Zahnarztbesuch in möglichst hohen Dosen verschrieben wurde. Viele Menschen wurden daraufhin abhängig, besorgten sich das verschreibungspflichtige Medikament später illegal oder stiegen auf Opiate wie Heroin um.

CVS und Walgreens Boots betonten, dass sie mit der Zahlung kein Fehlverhalten einräumen. Das ist bei solchen außergerichtlichen Einigungen üblich.

Konzerne hoffen, dass der Vergleich angenommen wird

CVS-Chefin Karen Lynch sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, der Vergleich sei „im besten Interesse aller beteiligten Parteien und hilft uns, ein jahrzehntealtes Problem hinter uns zu lassen“. Sie zeigte sich optimistisch, dass die Kläger zustimmen werden, da auch die Justizminister verschiedener US-Bundesstaaten an den Verhandlungen beteiligt waren.

Paul Geller, einer der Anwälte, die für die Regierungen verhandelten, erklärte, der Vergleich werde Milliarden zusätzlich für die Gemeinden bringen, die verzweifelt nach Mitteln zur Bekämpfung der Epidemie suchten. Er rate den Klägern, die Einigung anzunehmen. Die Gelder können helfen, die gestiegenen Kosten für das Gesundheitswesen und die Programme für den Entzug für Abhängige zu decken.

„Wir wissen, dass rücksichtslose, profitorientierte Abgabepraktiken die Krise angeheizt haben, sagte Geller. „Aber wir wissen auch, dass Apotheken mit besseren Systemen und der richtigen Beachtung von Warnhinweisen eine direkte Rolle bei der Reduzierung des Opioidmissbrauchs und der Rettung von Menschenleben spielen können.“ Die Opioidkrise hat in den USA seit 1999 zu fast 650.000 Todesfällen durch Überdosierung geführt.

CVS, Walgreens und Walmart sind nach Marktanteil die drei größten Apothekenketten des Landes. Wenn der Vergleich rechtskräftig wird, ist damit ein Großteil des ausgedehnten, jahrelangen Rechtsstreits beendet. Allerdings sind noch Fälle gegen kleinere, eher regional ausgerichtete Apothekenbetreiber wie Rite Aid und Kroger anhängig.

Frühere Vergleiche brachten 26 Milliarden Dollar von den drei größten US-Arzneimittelhändlern McKesson, Cardinal Health, Amerisource Bergen sowie von Johnson & Johnson ein. Der Pharmakonzern Teva zahlte 4,35 Milliarden Dollar, Abbvie 2,37 Milliarden. Purdue und dessen Eigentümerfamilie Sackler versuchen, die gegen sie gerichteten Ansprüche durch einen sechs Milliarden Dollar schweren Vergleich vor einem Konkursgericht zu lösen.

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Mit Agenturmaterial

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