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TarifstreitBahn legt GDL neues Angebot vor und betont: „Gibt jetzt keinen Grund mehr für Streik“

Wenige Stunden vor dem Beginn des Streiks im Personenverkehr macht die Deutsche Bahn der Lokführergewerkschaft einen neuen Vorschlag – darunter eine konkrete Corona-Prämie. 01.09.2021 - 18:31 Uhr aktualisiert Artikel anhören

„Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL“, sagt der Bahn-Personalvorstand.

Foto: dpa

Berlin. Die Deutsche Bahn hat der Lokführergewerkschaft GDL nun doch ein neues Angebot vorgelegt, um den bevorstehenden Streik im Personenverkehr in letzter Sekunde abzuwenden. Dies teilte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch in Berlin mit.

Darin bietet die Bahn eine Corona-Prämie bis zu 600 Euro sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten nach zuvor 40 Monaten. Die Bahn habe damit „einen weiteren entscheidenden Schritt Richtung GDL getan“, sagte Seiler. „Es gibt nun wirklich überhaupt keinen Grund mehr, nicht zurück an den Verhandlungstisch zu kommen.“ Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Wie die Gewerkschaft auf das neue Angebot reagiert, war zunächst unklar.

In der Nacht zum Donnerstag sollen nach bisherigen Ankündigungen der GDL ab 02.00 Uhr die Züge nach dem Güter- auch im Fernverkehr stillstehen. Der dritte und bislang längste Ausstand innerhalb von vier Wochen soll auch über das Wochenende fortgesetzt werden und erst am Dienstagmorgen enden. Im Güterverkehr wird bereits seit Mittwochnachmittag gestreikt.

Seiler begründete den Schritt des Unternehmens nun damit, dass viele Menschen mit der Bahn aus den Ferien zurückkommen wollten und die Versorgung mit Gütern gewährleistet sein müsse. „Wir haben geliefert“, sagte Seiler. „Jetzt liegt es an der GDL.“

Konkret bietet die Bahn an, eine Corona-Prämie in gleicher Höhe wie im Öffentlichen Dienst zu zahlen: Je nach Entgeltgruppe würden damit bei der GDL 400 oder 600 Euro ausgeschüttet. Bei der Laufzeit ging die Bahn um vier Monate herunter. An der Erhöhung von Löhnen und Gehältern um 3,2 Prozent hielt der Konzern fest. Bezogen auf die Zeitpunkte der jeweiligen Tarifstufen nannte die Bahn keine Änderungen.
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Schon vor der vorigen Streikrunde in der vergangenen Woche hatte die bundeseigene Bahn eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und damit gehofft, den damaligen Arbeitskampf noch abwenden zu können. GDL-Chef Claus Weselsky hatte den Vorstoß aber kurz darauf abgelehnt und unter anderem kritisiert, dass die Bahn keine konkrete Zahl genannt habe. Die nun angebotenen 600 Euro Prämie entsprechen der Forderung der Gewerkschaft.

Bei der Laufzeit eines Tarifvertrags will die GDL allerdings 28 Monate erreichen. Außerdem will sie, dass die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent noch im laufenden Jahr gezahlt wird. Eine Antwort Weselskys auf das Angebot der Bahn stand zunächst aus.

Weselsky schimpfte über „Trickserei und Täuscherei“ der Bahn

Die GDL hatte zuletzt ein verbessertes Angebot des Staatskonzerns gefordert. Dies hatte die Bahn zunächst abgelehnt und von der Gewerkschaft eine sofortige Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert.

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Die Bahn wirft der GDL vor, mit dem Streik vor allem ihre Position gegenüber der konkurrierenden und größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verbessern zu wollen. GDL-Chef Claus Weselsky wiederum warf der Bahn „Trickserei und Täuscherei“ vor. Die Führungsriege schaffe es nicht, die Bahn zu verbessern und stopfe sich stattdessen die Taschen voll, sagte er. Mit der EVG hatte der auch durch die Coronakrise angeschlagene Konzern bereits 2020 einen Sanierungstarifvertrag geschlossen, den die GDL als völlig unzureichend kritisiert.

Die Gewerkschaft hatte am Mittwochnachmittag mit dem Streik im Güterverkehr begonnen. Am Donnerstagmorgen um 2.00 Uhr soll der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet werden. Insgesamt mehr als fünf Tage soll der Streik dieses Mal dauern. Ob die Bahn mit dem erneuten Vorstoß den Arbeitskampf noch verhindern kann, war zunächst offen.

HB
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