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Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof zahlt auch für die Zentrale in Essen keine Miete mehr

Die Mietzahlungen für die Filialen hat der Warenhauskonzern bereits gestoppt. Nun kündigt er an, dass dies auch für die Essener Hauptverwaltung gilt.
01.04.2020 - 16:44 Uhr 4 Kommentare
Der Mietertrag für 38.000 Quadratmeter Bürofläche läuft noch bis 2028. Quelle: dpa
Zentrale von Galeria Kaufhof Karstadt

Der Mietertrag für 38.000 Quadratmeter Bürofläche läuft noch bis 2028.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof zahlt ab dem 1. April auch für seine Zentrale in Essen keine Miete mehr. Zudem behält sich das zur österreichischen Signa Holding gehörende Handelsunternehmen vor, bis zu 50 Prozent der Miete für den März zurückzufordern.

Bislang war nur bekannt, dass das Unternehmen die Miete für seine Einzelhandelsflächen aussetzt. Diese bleiben wie andere Läden auch wegen der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus auf staatliche Anordnung derzeit geschlossen.

„Im Rahmen unserer Sofortmaßnahmen zur Ergebnis- und Liquiditätssicherung und somit zur Aufrechterhaltung unseres operativen Geschäftsbetriebs kommen wir daher nicht umhin, angesichts der von den Behörden verfügten Schließung der Warenhäuser auch die Mietkosten bei Office-Immobilien zu reduzieren“, heißt es im von Galeria-Karstadt-Kaufhof-Finanzvorstand Miguel Müllenbach unterzeichneten Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt.

Vor fast genau einem Jahr hatte das Frankfurter Immobilienunternehmen Publity AG die Konzernzentrale in Essen-Bredenay komplett in den eigenen Bestand übernommen – die Investitionskosten für Ankauf und den geplanten Ausbau der Immobilie beliefen sich auf rund 150 Millionen Euro. Hauptmieter im 100.000 Quadratmeter großen Gebäude ist der Warenhauskonzern, der allein etwa 38.000 Quadratmeter Fläche nutzt. Der Mietvertrag läuft bis zum Jahr 2028.

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    Im Schreiben kündigt CFO Müllenbach allerdings an, auch über diese Konditionen verhandeln zu wollen: Man hoffe, nach einer Normalisierung des Geschäftsbetriebs das Mietverhältnis dauerhaft absichern zu können. „Wir würden es begrüßen, uns hierzu kurzfristig mit Ihnen auszutauschen und einen entsprechenden Nachtrag zu unserem Mietvertrag mit Ihnen zu vereinbaren“, heißt es wörtlich.

    Kritik an Unternehmer René Benko

    Vermieter Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender der Publity AG, kritisiert das Warenhausunternehmen und dessen Haupteigner, Signa-Holding-Gründer René Benko, scharf. Man sei „überaus irritiert über die Entscheidung“, die Mietzahlungen für die Essener Zentrale bis Ende Juni auszusetzen und darüber hinaus sogar einen Teil der März-Miete zurückfordern zu wollen.

    „Damit ist der Konzern die absolute Ausnahme unter unseren zahlreichen Büromietern“, betont Olek und kündigt an, alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, „um die unserem Unternehmen und seinen Aktionären entgehenden Mietzahlungen zu sichern“.

    Zudem seien in der aktuellen Krisensituation Dialog und gemeinsame Lösungen das Gebot der Stunde – nicht einseitige Entscheidungen zulasten anderer. „Jeder einzelne Unternehmer muss jetzt Verantwortung übernehmen. Das gilt auch und in besonderem Maße für die Signa Holding als Eigentümerin von Galeria Karstadt Kaufhof und ihrem Mehrheitsgesellschafter René Benko.“

    Die Krise trifft das angeschlagene Unternehmen mitten in einem Restrukturierungsprozess. Durch die Schließung seiner Warenhäuser verliert das Unternehmen aktuell jede Woche mehr als 80 Millionen Euro Umsatz, wie in Unternehmenskreisen zu erfahren ist. Bereits vor Wochen hatte der Konzern deshalb für weite Teile der Belegschaft Kurzarbeit beantragt. Am Mittwoch sei dies nun auch für die 1300 Mitarbeiter der Zentrale geschehen, hieß es.

    Gleichzeitig bemüht sich der Konzern um staatliche Hilfsgelder. Doch erwies sich eine Einigung mit den Banken bislang als schwieriger als erhofft. In Unternehmenskreisen wurde zuletzt geklagt, der Prozess sei bürokratisch und aufwendig. Es koste wertvolle Zeit.

    Die wegen der Coronakrise angeordneten Ladenschließungen stellen zurzeit viele deutsche Handelsketten vor große Probleme, weil plötzlich der Umsatz fehlt, die Kosten aber weiterlaufen. Auch andere Einzelhändler und Hersteller wie Adidas, Deichmann und H&M haben in den vergangenen Tagen bereits die Aussetzung der Mietzahlungen angekündigt und damit für heftige Kritik gesorgt. Adidas nahm die Kündigungen inzwischen zurück und entschuldigte sich.

    Mehr: Händler stecken in Existenznöten – Liquidität wird knapp

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    4 Kommentare zu "Warenhauskette: Galeria Karstadt Kaufhof zahlt auch für die Zentrale in Essen keine Miete mehr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • das noch als Ergänzung ... kam soeben noch über den Ticker:

      Der von René Benko übernommene Warenhauskonzern setzt seine Mietverpflichtungen aus, will gezahltes Geld gar zurückfordern - und auch nach der Krise n i c h t begleichen. Zudem wird Kurzarbeit auf alle Mitarbeiter ausgedehnt.
      Man zahle inzwischen auch an Lieferanten nicht mehr heißt es im Konzernumfeld. Es sei "alles storniert". Das Unternehmen gab keine Stellungnahme ab.

    • Höchstwahrscheinlich stoppt Herr Benkos Warenhauskette "Galeria Karstadt Kaufhof" in den allermeisten Fällen die Mietzahlungen an ihren grössten Vermieter Herrn Benko.
      Zudem: man hat aus der Finanzmarktkrise gelernt, dass auch in der Downside geteilt werden muss, nicht nur in konjunktureller Schönwetterlage - das ist gut so.

    • @ Herr d Hone,
      absolut richtig beschrieben.
      Wenn man in Deutschland u n d Österreich Staatshilfen beantragt, hat man jedoch durchaus legal gehandelt.

      Es wird noch viele "Schmarotzer" in der jetzigen Zeit geben.

      Schließlich hat man mit Hilfe von Banken das "Imperium" Schickedanz ruiniert.

    • ...Inhaber von Karstadt/Kaufhof ist Herr Benko... Auszug aus Wikipedia: Benkos Vermögen:
      Forbes schätzte 2019 sein Vermögen auf 4,9 Milliarden Dollar, was ihn zum drittreichsten Österreicher macht... da kann man natürlich keine Miete mehr bezahlen.. dazu passt ebenfalls der Artikel aus der Lebensmittelzeitung von vor 5 Tagen:

      "Die Corona-Krise droht Galeria Karstadt Kaufhof den gerade halbwegs gewonnenen Boden unter den Füßen wegzureißen. Nun hat der Warenhauskonzern nach LZ-Informationen Staatshilfen beantragt.
      Galeria Karstadt Kaufhof will unter den Rettungsschirm der Bundesregierung schlüpfen. Nach LZ-Informationen hat das Unternehmen Staatshilfen beantragt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie abfedern zu können. Der Warenhauskonzern musste, wie andere Nonfood-Händler auch, infolge der Pandemie seine Filialen deutschlandweit schließen. Ein Großteil der Filial-Beschäftigten befindet sich Insidern zufolge deshalb inzwischen in Kurzarbeit null, hat die Arbeit also komplett einstellen müssen. Das berichten mit der Sache vertraute Personen. Das Unternehmen selbst äußert sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen."

      Das sind die Unternehmen, die aus der Krise noch Profit schlagen wollen... nicht zu vergessen ist, dass Karstadt/Kaufhof noch Online verkaufen, was die meisten kleinen Händler sich nicht leisten können. Für mich ein absolut asoziales Verhalten, mein Einkaufsverhalten in Zukunft werde ich entsprechend solchen Meldungen anpassen..

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