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Werkzeug-HandelskonzernWürth startet 2021 mit Wachstumsschub – Rohstoffpreise drücken auf die Marge

Der Schraubenhändler hat seinen Umsatz in den ersten vier Monaten um ein Fünftel gesteigert. Würth-Chef Friedmann bleibt angesichts globaler Engpässe aber vorsichtig.Martin-W. Buchenau 06.05.2021 - 14:15 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das Unternehmen ist dank seiner breiter Aufstellung und einem starken zweiten Halbjahr ohne größere Probleme durch das Corona-Krisenjahr 2020 gekommen.

Foto: dpa

Stuttgart. Die Würth-Gruppe ist trotz Corona-Pandemie fulminant ins Jahr 2021 gestartet. Nach den ersten vier Monaten ist der Umsatz des Anbieters von Befestigungstechnik und Werkzeugen um 20,9 Prozent gestiegen „Die Anstiege im März und April haben mit plus 24,6 und plus 49,8 Prozent eine historische Dimension“, sagte Würth-Chef Robert Friedmann am Donnerstag.

Für das Gesamtjahr ist Friedmann allerdings vorsichtig. Angesichts des schwer vorhersehbaren Infektionsgeschehens und weltweiter Lieferengpässe lasse sich keine verlässliche Prognose treffen. Wenn etwa aufgrund des Chipmangels in der Autoindustrie nicht produziert werde, benötige die Industrie auch nicht die Teile von Würth, erklärte Friedmann.

Das Familienunternehmen erwartete aber 2021 ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und einen überproportionalen Anstieg des Betriebsergebnisses. Die augenblickliche Sonderkonjunktur werde sich im Herbst wieder abkühlen.

Auf der einen Seite gebe es Nachholeffekte infolge der Coronakrise, auf der anderen Seite bauten sich Kunden in der unsicheren Zeit auch Lagerbestände auf. „In diesem Jahr wird neben der Gesundheit der Mitarbeiter die Verfügbarkeit der Ware das entscheidende Erfolgskriterium sein“, betonte Friedmann. Bislang sei die Lieferkette bei Würth noch nicht gerissen.

Gleichzeitig warnte Friedmann vor einer Überhitzung der Wirtschaft. „Die Rohstoffpreise steigen astronomisch“, sagte der Würth-Chef. Die steigenden Kosten übten erheblichen Druck auf die Rohertragsmarge aus. Die Preissteigerungen könnten nicht zeitgleich und in voller Höhe an die Kunden weitergegeben werden. Allerdings werde auch Würth seine Preise anheben müssen.

Das Unternehmen ist dank seiner breiter Aufstellung und einem starken zweiten Halbjahr ohne größere Probleme durch das Corona-Krisenjahr 2020 gekommen. Den Konzernumsatz hat Würth minimal um ein Prozent auf 14,4 Milliarden gesteigert. Das Betriebsergebnis liegt mit 775 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr (2019: 770 Millionen Euro).

Würth baut Zahl der Niederlassungen aus

Die Gründe waren ein stringentes Kostenmanagement und eine deutliche Reduktion der Investitionen. Würth profitierte vor allem davon, dass die Handwerkskunden bei Corona weitgehend durcharbeiten konnten.

Wichtig waren im Krisenjahr die digitalen Vertriebskanäle, ihr Anteil am Gesamtumsatz stieg auf 19,3 Prozent. Als Umsatztreiber erwiesen sich die Bauwirtschaft und der Elektrogroßhandel, die das schwächelnde Geschäft mit dem Automobil- und Maschinenbau ausgleichen konnten.

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Das Unternehmen, das erstmals mehr als 80.000 Beschäftigte zählt, baut zudem die Zahl seiner Niederlassungen weiter aus. Allein seit Jahresbeginn seien weltweit 131 neu hinzugekommen. Inzwischen gibt es 2299 Niederlassungen. Unverändert setzt das Vertriebsunternehmen auf seinen starken Außendienst mit 33.323 Verkäufern. Insgesamt arbeiten zwei Drittel der Belegschaft im Vertrieb.

Mit knapp 50 Prozent Eigenkapitalquote und deutlich reduzierter Verschuldung von 1,3 Milliarden auf rund 600 Millionen Euro gilt das Unternehmen auch bei den Ratingagenturen als sehr solide finanziert. Würth hat seit 25 Jahren ein A-Rating und in der Pandemie eine Anleihe über 750 Millionen Euro platziert.

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