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Wintersport So soll Skifahren noch komfortabler werden

Die Skier selbst lassen sich inzwischen spielend leicht fahren. Nun nimmt sich die Industrie der Stiefel an – und auch der Bekleidung.
15.02.2020 - 15:38 Uhr Kommentieren
Zu Jahresanfang lag ungewöhnlich viel Schnee – das trieb das Geschäft mit Skiausrüstung an. Quelle: Schöffel
Skifahrer

Zu Jahresanfang lag ungewöhnlich viel Schnee – das trieb das Geschäft mit Skiausrüstung an.

(Foto: Schöffel)

München Vier Schnallen, vier Probleme: Viele Skisportler tun sich schwer, ihre Stiefel zu schließen. Wenn sie denn überhaupt in ihre Skischuhe durch die enge Öffnung hinein kommen. Nordica sieht das als seine große Chance: Die Italiener bringen jetzt ein Modell in die Läden, das sich deutlich weiter öffnet, vor allem aber soll es sich im Stehen mit Skistock oder dem anderen Fuß schließen lassen. Der Name ist dabei Programm: „HF“ heißt der Stiefel, das steht für „Hands Free“.

„Wir wollen damit auch die erreichen, die schon länger nicht mehr Ski gefahren sind“, sagt Nordica-Manager Stefan Ederer. Leute, die Angst haben, sich die Fingernägel schon morgens im Skikeller abzubrechen, oder denen der Komfort auf der Piste generell fehlt; und auch die sogenannten Best-Ager natürlich, also etwas ältere Sportler.

Ein Drittel weiter öffnen sollen sich die Stiefel, verspricht Nordica, und mit Sohlen des Reifenherstellers Michelin auch sicherer beim Gehen sein.

Das Familienunternehmen aus dem norditalienischen Montebelluna liegt damit voll im Trend. Die Hersteller versuchen, das Skifahren so bequem wie möglich zu machen. Mit den Skiern selbst sei ihnen das schon gut gelungen, versichern Sporthändler. Vom Freizeitsportler bis zum Rennläufer gibt es je nach Können die unterschiedlichsten Skier. Frauenmodelle zum Beispiel sind deutlich leichter und damit besser zu tragen auf dem Weg zur Gondel.

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    Nun nehmen sich die Produzenten immer stärker dem Rest der Ausrüstung an. Das ist auch deshalb attraktiv, weil viele Urlauber die Skier inzwischen vor Ort leihen. Vor Miet-Stiefeln hingegen scheuen die Sportler häufig zurück. Sie sind deshalb ein gutes Geschäft für Anbieter wie Nordica, Salomon, Head oder Atomic.

    Nordica verspricht, dass Skifahrer mit dem neuen Schuh mit Heckeinstieg fest und sicher auf den Brettern stehen, genau wie in den weniger komfortablen Modellen mit mehreren Schnallen. Die Idee an sich ist nicht neu. In den 1980er-Jahren war das Konzept schon einmal sehr populär, es konnte sich später aber nicht durchsetzen.

    Bei Nordica sind sie überzeugt, dass sie mit ihrer neuen Technologie einen festen Platz in den Regalen der Sporthändler ergattern werden. Mehrere Patente seien auf das Verfahren angemeldet. Die neuen Skistiefel sind auch mit Heizung erhältlich, sowohl in der Damen- als auch der Herren-Version. Die Heizung lässt sich per Smartphone steuern. Die Sporthändler glauben offenbar an den Erfolg: Die Ladenbesitzer hätten für die nächste Wintersaison ordentlich geordert, betont Marketing-Manager Ederer.

    Saison verläuft bisher enttäuschend

    Selbstverständlich ist das nicht. 2019 lief das Geschäft mit Skiausrüstung zwar glänzend bei den deutschen Sporthändlern, zumindest am Jahresanfang, als ungewöhnlich viel Schnee lag. So verbuchten die Ladenbesitzer der Verbundgruppe Sport 2000 ein Umsatzplus mit Wintersportartikeln von gut fünf Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt legten die Erlöse der Kaufleute 2019 im Schnitt nur um rund drei Prozent zu.

    Weltweit gehen Schätzungen zufolge rund 3,4 Millionen Paar Skischuhe im Jahr über die Ladentheken und etwa 3,3 Millionen Paar Alpinskier. Langlaufskier und -schuhe verkaufen sich rund um den Globus knapp zwei Millionen Mal. Die laufenden Saison verläuft zumindest in Deutschland allerdings eher enttäuschend, weil selbst im Alpenvorland kaum Schnee gefallen ist.

    Die Hersteller versuchen, das Skifahren so bequem wie möglich zu machen. Quelle: Nordica
    Skistiefel von Nordica

    Die Hersteller versuchen, das Skifahren so bequem wie möglich zu machen.

    (Foto: Nordica)

    Umso wichtiger sind Neuheiten, die den Kunden den Sport angenehmer machen. So auch in der Bekleidung. Schöffel hat sich daher entschieden, seine Skiausrüstung nun auch mit Heizung anzubieten. Die Skihosen enthalten Heizdrähte an den Oberschenkeln, in den Jacken wird es an der Schulter mollig warm.

    Das sei nicht nur sehr angenehm, heißt es in dem schwäbischen Familienunternehmen. Die Leute würden auch besser Ski fahren, weil warme Muskeln leistungsfähiger seien; zudem seien sie weniger verletzungsanfällig.

    Schöffel-Konkurrent Kjus geht es mit seiner Jacke „Hydro-Bot“ um das genaue Gegenteil, nämlich die Schifahrer zu kühlen und den Schweiß weg zu bekommen nach einer anstrengenden Abfahrt. Doch auch das soll mehr Komfort bringen. In den herkömmlichen, wasserdichten Jacken gelinge es nur schlecht, die Feuchtigkeit abzutransportieren, so das Verkaufsargument der Marke.

    Mit einer neuen Membran gelange aber zehn Mal mehr Nässe an die Luft als bisher, behauptet Kjus. Steuern lasse sich das Material per App auf dem Smartphone oder per Knopfdruck auf der Jacke. Es hat allerdings seinen Preis, stets angenehm trocken und trotzdem warm zu bleiben: Die Jacke kostet rund 1400 Euro.

    Auch die Bequem-Skistiefel von Nordica sind im Vergleich zu herkömmlichen Skistiefeln teuer: Die günstigste Variante ist für 469 Euro erhältlich, mit Heizung werden bis zu 700 Euro fällig.

    Mehr: Im Kampf mit Amazon und Zalando sollen die Sporthändler enger zusammenrücken. Ob die Intersport-Genossen die Maßnahmen annehmen, ist aber völlig offen.

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