Zölle: Sprunghafte US-Politik – wie deutsche Firmen darauf reagieren
Düsseldorf, München. Exporte in die USA sind derzeit nichts für Logistikunternehmer mit schwachen Nerven. Am ersten Tag des Februar, einem Samstag, hatte Donald Trump per Dekret eine Regelung außer Kraft gesetzt, die bislang kleinere Einfuhren bis zur Höchstgrenze von 800 Dollar von Zollgebühren freistellte. Damit wollte der US-Präsident insbesondere Onlinehändler wie Temu oder Shein treffen, die ihre Artikel meist per Luftfracht einzeln aus China versenden.
Das Ende der Regelung hatte Trump auf den nachfolgenden Dienstag terminiert. Doch schon am Mittwoch darauf setzte die US-Regierung die Regel – wenn auch nur vorläufig – wieder in Kraft.
Tobias Meyer, Vorstandschef des Dax-Konzerns DHL, erinnert sich mit Schrecken an diese ersten Tage im Februar. „Wir mussten unsere gesamten Systeme umstellen“, erzählte er neulich im Bonner Posttower, „nur um alles vier Tage später wieder zurückzudrehen.“
Wie kurz die Halbwertszeit der Strafzölle ausfällt, die im Weißen Haus ersonnen werden, erfuhren zuletzt die Kanadier. Anfang vergangener Woche hatte Trump angekündigt, die Abgaben auf Stahl und Aluminium aus dem nördlichen Nachbarland ab der Wochenmitte auf 50 Prozent zu verdoppeln.
Die kanadische Provinz Ontario hatte einen 25-prozentigen Aufschlag auf Stromexporte in die USA angeordnet. Doch als die Provinzregierung zurückruderte, kehrte Trump zu seinen ursprünglichen 25 Prozent Zöllen zurück.
Wie gehen die deutschen Exporteure mit der sprunghaften Zollpolitik des US-Präsidenten um? Und wie stark sind sie von den Gegenmaßnahmen etwa der EU, Kanadas oder Mexikos betroffen?