Aufsichtsrat: Siemens-Chefkontrolleur Snabe wollte aufhören – jetzt zögert er
Der Siemens-Chefkontrolleur steht bei Bedarf für eine Verlängerung bereit.
Foto: BloombergMünchen. Bei Siemens wird dieses Thema nur hinter geschlossenen Türen diskutiert, dafür aber umso intensiver: Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe hatte intern eigentlich signalisiert, dass er nach zwei Amtszeiten als Vorsitzender in gut einem Jahr aus Gründen der guten Unternehmensführung aufhören will.
Doch ob er diesem Plan weiter folgen wird, steht gerade auf der Kippe. Das Problem: Es gibt noch keine klare Nachfolgelösung für ihn und damit für einen der wichtigsten Posten in der deutschen Wirtschaft. „Alle sind hochnervös“, sagt ein Insider. Denn auch im Management stehen in den nächsten Jahren zentrale Richtungsentscheidungen an, die der Aufsichtsrat bestimmen muss.
Einige Kontrolleure drängten Snabe nach Informationen des Handelsblatts daher, noch ein paar Jahre dranzuhängen. Laut Aufsichtsratskreisen hat sich der Däne jetzt auch überraschend dazu bereiterklärt, bei Bedarf zu verlängern. Wenn bis zum kommenden Sommer kein passender Nachfolger gefunden sei, gehe er in die Verlängerung. Ein Sprecher von Siemens wollte die Informationen nicht kommentieren und erklärte: „Der Aufsichtsrat wird sich wie immer zu gegebener Zeit mit den Besetzungsfragen befassen.“