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AutobauerMusk macht Tesla-Kritik zur Pflichtlektüre für Mitarbeiter

Eine interne Mail zeigt: Angesichts anhaltender Absatzprobleme entdeckt Elon Musk das Kundenfeedback – und schickt Mitarbeiter zur Nachhilfe bei frustrierten Tesla-Fahrern.Sönke Iwersen, Michael Verfürden 07.09.2025 - 11:55 Uhr Artikel anhören
Tesla-Chef Elon Musk: Will angesichts anhaltender Absatzprobleme stärker auf Beschwerden von Kunden eingehen. Foto: REUTERS

Düsseldorf. Der Chef des US-Elektroautobauers Tesla fordert seine Mitarbeiter auf, sich stärker mit den Problemen von Kunden auseinanderzusetzen. In den Betreff einer Mail an den Tesla-Verteiler „everybody“ von Donnerstagabend schrieb Musk: „Es ist wichtig, sich über diese Probleme zu informieren und sie zu beheben.“

In der Mail selbst verlinkte Musk einen Post auf seinem sozialen Netzwerk X, in dem Musk Kunden um Feedback bat. „Bitte antworten Sie auf diesen Beitrag und schildern Sie uns alle Schwierigkeiten, die Sie beim Kauf eines Tesla hatten“, schrieb Musk an seine mehr als 225 Millionen Follower. Die Mail liegt dem Handelsblatt vor.

Teslas Ziel sei es, „den Kauf und die Lieferung schnell und einfach zu gestalten“ und möglichst präzise Antworten auf Fragen zu geben, schrieb Musk in dem Beitrag. Dem US-Milliardär zufolge sei der „entscheidende Test“, ob Kunden Tesla „einem Freund weiterempfehlen würden“.

Tesla in der Krise – Verkäufe brechen ein

Tesla kämpft seit Monaten mit Absatzproblemen. Weltweit sanken die Fahrzeugauslieferungen des US-Herstellers im ersten Halbjahr um 13 Prozent. Tesla steuert damit auf den zweiten Jahresrückgang in Folge zu. Musk selbst warnte bei der Präsentation der Quartalszahlen im Juli vor „ein paar schwierigen Quartalen“.

Angesichts der anhaltenden Probleme scheint Musk nun das Kundenfeedback zu entdecken. Erst im August hatte das Unternehmen ein neues Portal gestartet, auf dem Tesla-Fahrer Feedback aller Art einreichen können – auch zu Problemen mit dem Service, dem Autopiloten oder der Versicherung. Tesla-Mitarbeiter verweisen Kunden mit Problemen in den sozialen Netzwerken aktiv auf dieses Portal.

„Ein einheitliches Feedback-System ist für uns entscheidend, um unser Angebot E2E zu verbessern“, kommentierte Raj Jegannathan, der im Juli den Job als Vertriebschef übernommen hat, auf X. E2E steht für Ende-zu-Ende. „Deshalb haben wir zunächst den Web-Weg gewählt, weil es schnell und unkompliziert zu optimieren ist, bevor wir es in unsere Mobile-App integrieren.“

Tesla-Kunden haben in der Vergangenheit oft darüber geklagt, dass sie auf Beschwerden keine Reaktion von dem Unternehmen erhalten haben. Nun kündigte Jegannathan an: „Wir werden das Feedback an die jeweiligen Teams weiterleiten und die Nachverfolgung bis zum Abschluss sicherstellen (intern und mit dem Kunden).“

Unter Elon Musks Post mit der Bitte um Feedback gibt es inzwischen mehr als 50.000 Kommentare. Die Klagen reichen von technischen Problemen über Kritik am Auslieferungsprozess bis zu Beschwerden über Teslas Kundenservice.

Es sei „so gut wie unmöglich", das Unternehmen zu erreichen, schreibt etwa ein Nutzer aus der Türkei. „Die Menschen bekommen keine Antworten auf ihre Fragen und können das Unternehmen in schwierigen Situationen nicht erreichen… die Kunden bleiben auf sich allein gestellt!“

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Andere Beschwerden zielen nicht auf das Unternehmen, sondern auf den Chef selbst ab. Elon Musk hatte sich zuletzt unter anderem in Wahlkämpfe anderer Länder eingemischt und rechtspopulistische Parteien in Deutschland, Italien und England unterstützt.

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„Du hast um Feedback gebeten – hier ist meins. Ich, meine Freunde und meine Familie haben es klargemacht: Wir werden keinen Tesla kaufen, solange du an der Spitze des Unternehmens stehst“, schrieb ein Nutzer auf X unter den Post von Musk. „Der Grund sind nicht die Autos, sondern dein Verhalten.“

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